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Armut - Kernpunkte:

  • Fragen zur Defitition von Armut.

  • Kritische Betrachtung von Modellen von Armutsbekämpfung.

  • Armut und Entwicklungshilfe.

Zahl der Artikel im Archiv pro Jahr (98: 2)
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Eigene publizierte Artikel zum Thema:

Stand des Nachdenkens (28.02.07)

Armut bezeichnet einen Zustand des Mangels hinsichtlich der Möglichkeit, lebensrelevante Aktivitäten wahrnehmen zu können. Die meisten Diskussionen laufen über monetär bewertete oder entsprechend ausgedrückte Lebenschancen. Das ist an sich nicht problematisch, nur vergisst man zuweilen, dass auch im Prozess der Monetarisierung Fehler passieren können. So könnte man die soziale Teilnahmefähigkeit durch den Preis von Kinobilletten etc. monetarisieren - aber vielleicht werden dadurch nie nicht relevanten Sozialkontakte erfasst. Diese Art von Fehler vermischen sich möglicherweise stark mit dem Problem, dass nicht alle lebensrelevanten Aktivitäten gleichermassen monetarisiert werden können (essen ist einfach, das geht über den Preis der Nahrungsmittel, „geistige Armut“ ist da schon viel komplexer). Dass man nicht alles gleichermassen einfach monetarisieren kann ist aber kein Argument dafür, dass die ökonomische Perspektive auf die Armut die irrelevante sein soll (religiöse Argumentationstraditionen könnten so laufen). Man muss aber beachten, dass in unterschiedlichen Gesellschaften der Grad der Ökonomisierung unterschiedlich weit ist - was Vergleiche weit mehr erschweren dürfte, als man meint. So machen Vergleiche über Bruttoinlandprodukt und Pro/Kopf-Einkommen bei Gesellschaften, die sich vorab auf eine informelle Wirtschaft abstützen mit solchen, die weitgehend ökonomisch erfasst sind, allein nicht viel Sinn. Schlichte Zahlenvergleiche allein sind im globalen Kontext unzureichende Mittel, um das Phänomen der Armut zu erfassen.

Gehen wir nun aber davon aus, dass Armut im monetarisierten Kontext diskutiert wird - also hinsichtlich des zur Verfügung stehenden Einkommens, das für die Wahrnehmung der lebensrelevanten Aktivitäten wahrgenommen werden kann. Das Problem wird dadurch insofern einfacher, dass man nur eine Dimension von Verteilung ansehen muss. Was heisst hier nun Armut? Das einfachste Konzept wäre das eines Minimalwerts - wer drunter ist, ist in einem absoluten Sinn arm. Diese Definition hat den Vorteil, dass Armut eliminiert werden kann, sie hat den Nachteil, dass das Problem der Art und Breite der Verteilung nicht berücksichtigt wird (falls das als Problem angesehen wird). Man kann Armut aber auch relativ definieren - z.B. im Sinn, dass die untersten 10% immer als arm gelten. Damit impliziert man, dass die Bekämpfung der Armut etwas mit der Erhöhung von „Gleichheit“ zu tun hat und man nimmt natürlich in Kauf, dass es immer Armut geben wird. Man könnte aber auch die Einkommensgrenze relativ definieren - also man ist arm, wenn das Einkommen ein gewisser Prozentsatz unter dem Durchschnitt liegt. Diese Definition müsste man unbedingt hinsichtlich Ergebnisstabilität prüfen. Ist der Wert so angelegt, dass man bei einem steilen Bereich der Verteilung liegt, so verändern kleine Anweichungen des Grenzwerts die Zahl der Armen sehr stark. Das ist ein Hinweis darauf, dass man bei Armutsbetrachtungen von der Art der Verteilung ausgehen soll. Möglicherweise bilden sich natürliche Cluster, die dann für die Definition von Grenzwerten von Einkommen herangezogen werden können.

Man kann die Diskussion um Armut kaum von der Diskussion über deren Bekämpfung entkoppeln. Gewiss, man muss Armut nicht unbedingt bekämpfen, eine radikalökologische Argumentation könnte ja in die Richtung gehen, man solle eine möglichst arme Gesellschaft haben, weil diese die Umwelt weniger belastet. Doch sehen wir einmal davon ab. Armutsbekämpfung kann die Mikroebene (Individuen) und die Makroebene (soziale Systeme) betreffen. Sie kann zudem entweder Faktoren betreffen, die als beeinflussbar gelten. Dann wäre die Beeinflussung dieser Faktoren die richtige Strategie. Oder sie kann nicht beeinflussbare Faktoren betreffen. Dann wäre die Strategie, dass man aufgrund des Vorliegens dieser Faktoren andere beeinflussen soll. Ein Beispiel: Menschen bringen unterschiedliche biologische Voraussetzungen mit, die man (sobald der Mensch einmal da ist, also abgesehen von PID und solche Dinge) als gegeben betrachten muss. Die (multidimensionale) Verteilung dieser biologischer Faktoren und daraus resultierenden Fähigkeiten resultiert in eine gewisse Einkommensverteilung, in der (je nach Definition) Armut ersichtlich ist. Die Lösung wäre dann nicht die Beeinflussung der biologischen Faktoren, sondern ein Umverteilungssystem - bei dem sich natürlich die Frage der Rechtfertigung stellt. Es ist klar, dass eine Gesellschaft in der die Verschiedenheit der Menschen sich positiv hinsichtlich deren Ertragskraft auswirken darf, solche Unterschiede entstehen. Ich denke, es ist schwer einsehbar, hier eine Umverteilung zu rechtfertigen, die über die Verhinderung von absoluter Armut hinausgeht. Das Problem ist natürlich, dass nicht nur klar nicht beeinflussbare Faktoren eine Rolle spielen. Schon nur der Zufall, reich geboren zu werden liesse sich durch eine harte Erbschaftssteuer einfach beeinflussen (ein Grund, warum eine Erbschaftssteuer als Element des Liberalismus verstanden werden kann - doch vielleicht ist das ein zu einfach gedachter Liberalismus, denke an die Kraft naher sozialer Bindungen, die durch Erben eine Ausdruck finden kann, mehr nachdenken!).

Was sind nicht beeinflussbare Makrobedingungen? Ein gutes Beispiel scheinen klimatische Voraussetzungen zu sein, welche Gesellschaften prägen. Es gibt ja ganze Theorien, welche den Aufstieg Europas als Folge günstigen Klimas (nicht nur im Sinn von paradiesisch, sondern auch von Härte und Ausdauer fordernd) sehen - vielleicht ist auch das nicht so einfach (man bedenke die Grössenordnung der landschaftlichen Veränderung Europas - Entwaldung etc. - die ja auf das regionale Klima rückwirkt). Möglicherweise ist der Unterschied zwischen beeinflussbaren und nicht beeinflussbaren Makrobedingungen nur graduell.

Eine zentrale heutige Diskussion hinsichtlich beeinflussbarer Makrobedingungen läuft heute hinsichtlich der Entwicklungshilfe. Gerade Afrika wird ja als Ort genannt, in dem Entwicklungshilfe nicht viel gebracht haben soll. Man muss hier zwar bedenken, dass das, was als Entwicklungshilfe abgebucht wird, in der Definitionsmacht der Geberländer steht - da kann auch viel Unsinn subsumiert sein. Dennoch scheint klar, dass eine langfristige Hilfe zur Selbsthilfe“ sehr oft nicht funktioniert hat - möglicherweise, weil man von unterschiedlichen Traditionen von Hilfe ausgeht. Habe mal gehört, dass das Geben von Hilfe im südlichen Afrika gleichbedeutend mit der Annahme einer Patenschaft sei (man müsste prüfen, ob das stimmt) - unter solchen Voraussetzungen würde Hilfe zur Selbsthilfe nicht funktionieren. Zudem scheint sich eine falsche Anreizstruktur etabliert zu haben, d.h. die Eliten profitieren von der Hilfe überproportional und haben damit keinen Anreiz, die armutsverursachenden Bedingungen zu verändern (sie verlören sicheres Geld mit unsicherer Aussicht auf Kompensation). Möglicherweise ist Armut auch ein Diskussionskomplex, in dem Ethik desaströse Konsequenzen hat, indem sie das „gut meinen“ stark fundiert aber damit das System in der Falle belässt.

Ein Thema das weitere Beachtung finden sollte, ist die Frage, inwieweit ein freiheitliches Marktsystem Armut produzieren soll. Dabei ist zu beachten, dass sozialistische Systeme bis anhin weit effektiver und umfassender Armut produziert haben - was möglicherweise wiederum die Wahrnehmung der Armut vermindert hat (eine Frage der Verteilung: sind sehr viele arm oder nahe der Armut, empfindet man diese weniger). Der Einwand, es komme ja auf die Wahrnehmung an, ist Unsinn. Eine insgesamt ärmere Gesellschaft ist weniger robust gegenüber Grosskatastrophen (die immer auftreten können). Man meint reiche Gesellschaften seien anfälliger, weil die Leute sich nicht mehr an ein katastrophenbedingtes Absinken der Lebensqualität gewöhnen könnte - das halte ich für falsch, sie können es. Die Tatsache, dass es vielen uns hier sehr gut geht ist auch Ausdruck eines Puffers, den man psychologisch zwar widerwillig anerkennt (deshalb die Angst vor den Armen) aber dann bei notwendiger Inanspruchnahme als solchen erkennen wird. Zudem, ein weiterer Gedanke: eine rein staatliche Armutsbekämpfung ist auch eine Form von Klumpenrisiko. Fällt die einmal weg, sind plötzlich ganz viele weit mehr betroffen. Man dürfte das bald einmal bei Venezuela sehen, wenn die Öleinkünfte wieder wegfallen sollten (weniger weil der Erdölpreis sinkt, sondern weil sie die Sache nicht mehr wegen Schlendrian aus dem Boden bekommen - Schlendrian ist eine Systemeigenschaft des Sozialismus). In diese Richtung sollte man einmal weiter denken.

Dennoch gibt es einige bedenkenswerte Konzepte für staatliche Armutsbekämpfung auf der Makroebene wie die Idee der negativen Einkommenssteuer. Das könnte ein simples Rezept sein anstelle einer Vielzahl unterschiedlicher sozialer Sicherheitssysteme (andererseits überlege: inwieweit wird dadurch das Klumpenrisiko gesenkt?). Doch ich denke, dass die dadurch für die Einzelperson generierten Einkommen zwingend nicht zur Existenzsicherung ausreichen dürfen, so dass ein Zwang zur Kooperation (z.B. Teilen der Miete) besteht. Ein wesentlicher Aspekt von Armut ist schliesslich die Vereinsamung, Eine Existenz sichernde Rente würde mehr einsame Leute am Rande der Armut generieren, vermute ich. Auch in diese Richtung sollte man weiterdenken.

 

NZZ 30.11.18

Die Schweiz will ihre verzettelte Entwicklungshilfe neu aufstellen.

NZZ 23.11.18

Wie Botswana es geschafft hat, durch kluge Wirtschaftspolitik aus der Armut zu entkommen.

NZZ 18.08.18

Warum Entwicklungshilfe in die Irre geführt hat: sie bewahrt ungerechte und korrupte Strukturen in den betreffenden Ländern.

NZZ 26.06.18

Entwicklungshilfe a la China. Man hilft nicht den Ärmsten, sondern baut Infrastruktur und schafft einen Mittelstand, der dann die chinesischen Produkte kaufen kann.

NZZ 08.03.18

Beispiel des Rohstoff-Fluchs in Afrika: die Simandou Eisenerz-Vorkommen in Guinea

NZZ 22.02.18

Die Kleiderspenden des Westens ruinieren die Textilindustrie in Afrika - sie dürfen nicht einmal die Einfuhr verbieten.

NZZ 20.12.17

Eine neue Form der Entwicklungshilfe: Bedingungslos gegebenes Geld: zeigt sehr gute Resultate.

NZZ 16.11.17

Das düstere Bild der nordkoreanischen Wirtschaft: Schwarzmarkt als Überlebensstrategie.

NZZ 23.09.17

Interessantes Interview mit Entwicklungs-Ökonomen, die real-world-Experimente zu Entwiclungsprojekten machen (mit Kontrollgruppen).

NZZ 01.09.17

Afrika verkauft sich selbst and die Chinesen etc. (Land und Rohstoffe), leidet an der Entwicklugnshilfe (welche Korruption fördert). Afrika muss endlich lernen, Selbstverantwortung zu übernehmen, so die senegalesische Autorin Ken Bugul.

NZZ 19.08.17

Zwischenergebnisse des Grundeinkommens-Versuchs in Finnland. Beteiligte äussern sich positiv, doch Fachleute bezweifeln, dass man damit die gewünschten Effekte erreicht (bzw. der Versucht ist zu klein, um das beurteilen zu können).

NZZ 30.05.17

Zu den psychologischen Gründen, warum man den Statistiken zum globalen Rückkang der Armut nicht glauben will.

NZZ 12.12.16

Vorteile und Risiken von Mikrofinanzierungen bei der Armutsbekämpfung.

Eine Welt 04/16

Man will Privatinvestoren zur Förderung von Entwicklungsprojekten finden (so genannte Wirkungskredite).

Horizonte 111/16

Zur Erforschung der Wirkung von Entwicklungshilfe

NZZ 26.11.16

Welche Erfolge China im Kampf gegen die Armut im Land erzielt hat.

NZZ 05.04.16

Der Papst hat noch nicht begriffen, dass Unternehmertum das beste Mittel gegen Armut ist.

NZZ 18.03.16

Der so genannte Voluntourismus - reisen und helfen - behindert die Arbeit von NGOs und konkurrenziert lokale Arbeitskräfte.

NZZ Folio 03/16

Zahlen und Fakten zur monetären Ungleichheit in der Welt und in ausgewählten Ländern.

NZZ 22.01.2016

Erinnerung an die mehr als durchzogene Bilanz von Entwicklungshilfe in den vergangenen Jahrzehnten.

Eine Welt 01/16

Übersicht über die so genannte Agenda 2030 der UNO mit 17 Entwicklungszielen.

NZZ 23.12.15

Bezeichnende Beschreibung des Abstiegs der französischen industrie als Vorreiterin der Verarmung des Landes.

NZZ 05.12.15

Entwicklungshilfeprojekte werden meist positiv evaluiert, haben dann aber doch keinen positiven Effekt auf das Wirtschaftswachstum der entsprechenden Länder.

NZZ 03.12.2015

Übersicht über die Gross-Spender - und Infos, welche Gruppen diese Spenden erhalten: mit 32% ist Religion am grössten.

Eine Welt 04/15

Beispiele, wie ein fokus auf Privatwirtschaft die Leute aus der Armut holt.

NZZ 31.10.15

Interessante Grafik zur Zunahme des BIP pro Beschäftigten in der Schweiz, den USA und Deutschland.

NZZ 28.10.15

Armutsstudie der Berltelsmannstiftung - interessant, was als "Entbehrung" gilt, u.a. kein Auto, keine Waschmaschine, kein Fernseher, kein Fleisch.

NZZ 01.10.15

Eine Art Meta-Analyse der diversen Berechnungen von Einkommensverteilung in der Schweiz zeigt das diese seit 1990 stabil und unterdurchschnittlich geblieben ist, während die Schere in anderen Ländern deutlich zugenommen hat.

NZZ 11.09.15

Wie Lesotho Armutsbekämpfung betreibt.

NZZ 08.09.15

Wird Hilfeleistung (z.B. Moskito-Netze zur Malariabekämpfung)m mit einer Anstrengung für die Empfänger verbunden, ist die Hilfe effektiver.

NZZ 02.09.15

Ein Beeindruckendes Beispiel, wie sich ein derzeit noch nicht internationales anerkanntes Land - Somaliland - aus der Armut aufrappelt.

Horizonte 103/14

Die Weltbank wird unwichtiger für die Entwicklungs- imd Schwellenländer: sie finden ihr Geld anderswo und müssen demnach auch deren politischen Bedingungen nicht mehr einhalten.

NZZ 01.11.14

Wie das Kastenwesen in Indien weiterhin die soziale Lage in Indien dominiert.

NZZ 11.10.14

Zum Programm "vivier bien" in Bolivien - das problem: die Hälfte der Exporteinnahmen kommen aus dem Erdgas, weitere 33% von Erzen.

NZZ 08.10.14

Bolivien hat es offenbar geschafft, den Erlös aus Rohstoffen für breitere Bevölkerungsschichten nutzbar zu machen - allerdings vorab über kurzfristige, polularitätsfördernde Projekte (d.h. auch das ist auf tönernen Füssen).

NZZ 03.10.14

Ein OECD-Bericht zeichnet die enorme Zunahme an Wohlstand in den letzten 200 Jahren auf.

NZZ 27.09.14

Nimmt man eine andere Form der BIP-Berechnung (Command BIP, d.h. von der Einkommensseite und nicht von der produktionsseite her berechnet), so war die BIP-Zunahme in der Schweiz deutlich höher.

NZZ 19.09.14

Vom Unterschied einer negativen Einkommenssteuer und einem bedingungslosen Grundeinkommen.

NZZ 17.09.14

Die Zahl der Hungernden nimmt weltweit weiter ab - mit Ausnahme des südlichen Afrikas.

NZZ 23.07.14

Deutschland hat eine erstaunliche Fehlwahrnehmung der eigenen Armut und der gesellschaftlichen Ungleichheit.

NZZ 12.07.14

Der Wohlstand in der Schweiz im internationalen Vergleich.

NZZ 28.06.14

Wie sich die Einkommen global in den letzten 20 Jahren verändert haben: Deutlich weniger Armut auf der Welt (zunehmende Mittelschicht in den Schwellenländern), aber auch die Spitzenverdiener sind reicher geworden. Mittelschicht in den Industrieländern stagniert.

NZZ 28.05.14

Gemäss einer Studie schafft es jeder achte US-Amerikaner einmal im Leben an die Spitze der Einkommenspyramide (oberstes 1%) - für die meisten allerdings eine sehr flüchtige Erfahrung. Knapp 40% fallen einmal in ihrem Leben unter die Armutsschwelle. Die Mobilität ist insgesamt immer noch recht gross.

NZZ 19.05.14

Ein (zu?) kurzer Abriss über die Geschichte der Armut.

NZZ 06.05.14

Venezuela ist im Teufelskreis und die Regierung wird die Ärmsten nicht mehr bestechen können mangels Geld.

Eine Welt 01/14

Drei interessante Artikel: 2015 endet die Frist zur Erreichung der UNO Milleniumsziele - und bereits werde die neuen Ziele vorbereitet. Kolumbien macht gute Fortschritte bei der Armutsbekämpfung. Und ein Artikel über den Rückfluss von Migrantengeldern.

NZZ 26.02.14

Wie man in Ungarn gegen Armut (in form von Obdachlosigkeit) vorgeht: eher gegen die Armen selbst.

NZZ 08.02.14

Gemäss einer neuen Studie sollen die Aufstiegschancen in den USA in den letzten 50 Jahren mehr oder weniger gleich geblieben sein (also nicht schlechter geworden sein, wie behauptet wird).

Eine Welt 02/13

Schwellenländer werden vermehrt zu Geldgebern in Entwicklungsländer. China sowieso, aber auch Brasilien, Indien und Südafrika.

Uni Press 153/12

In der Schweiz hat die soziale Ungleichheit in den letzten Jahren kaum zugenommen (Schwyz und Zug bilden Ausnahmen).

NZZ 02.08.11

Übersicht zum Anteil der Reichsten am Gesamteinkommen diverser Länder über mehrere Jahrzehnte: dieser hat abgenommen - erst ab den 1980er Jahren begann sich in vielen Ländern (nicht in der Schweiz), die Einkommensschere wieder zu öffnen.

NZZ 26.03.11

Interessante Kurve mit der Einkommensverteilung unterschiedlicher Länder - und eine erneute Verdeutlichung der Paradoxien eines relativen Armutsverständnisses, das nicht in der Idee der Armutsbekämpfung wurzelt, sondern in der Idee der Umverteilung.

NZZ 22.03.11

Die provisorisch gedachten Camps in Haiti nach dem Erdbeben sind längst Dauerlösungen und werden von den Hilfsorganisationen gemanaged, d.h. dauerhafte Kundenbindung.

NZZ 24.12.10

Zahlen zum unterschiedlichen Spendenaufkommen in verschiedenen Ländern: In intervnationalen vergleichen betr. karitativen Absichten ist die Schweiz zwar nicht an der Spitze, wenn aber das tatsächtliche Verhalten (Spendenaufkommen) untersucht wird, offenbar schon.

NZZ 18.11.10

Grafik der "food stamps" Bezüger in den USA seit 1975: derzeit 40 Mio Menschen (ein zu diskutierender Punkt: man hat Food Stamps entstigmatisiert - hat nicht nur positive Effekte).

NZZ am Sonntag 14.11.10

Dass die working poor Zahlen um 21% zurückgegangen ist, interessiert die Medien kaum - auch nicht, dass die Grundproblematik struktureller Art ist, indem die Art der Armuts-Unterstützung die Leute in der Armutsfalle lässt.

NZZ 02.11.10

Kurzer Überblick auf den wirtschaftlichen Erfolg Brasiliens: Armut nimmt ab, Preise nehmen zu.

woZ 28.10.10

Kritisches zu Mikrokrediten: viele bleiben auch so in der Schuldenfalle hängen.

Unipress  146/10

Zum Missbrauch eines Weltbank-Kredits im Tschad: die Regierung kauft damit Waffen. Hierzu einige theoretische Erwägungen zur so genannten "Armutsfalle".

NZZ 23.06.10

Statistik der weltweiten Zahl an Dollar-Millionären: global 10 Millionen Menschen.

NZZ 11.06.10

Das derzeitige Armutsmass in den USA ist absolut (es misst aber viele Transferleistungen nicht, d.h. es dürfte Armut überschätzen). Obama will nun ein relatives Mass, was die Quote erhöhen dürfte.

NZZ 04.06.10

Ein weiteres Beispiel eines afrikanischen Landes mit von der Natur her sehr guten Voraussetzungen (Landwirtschaft, Wasserkraft etc.), das es aber nicht schafft, aus der Armut zu entrinnen.

NZZ 04.06.10

Ein weiteres Beispiel eines afrikanischen Landes mit von der Natur her sehr guten Voraussetzungen (Landwirtschaft, Wasserkraft etc.), das es aber nicht schafft, aus der Armut zu entrinnen.

NZZ 04.06.10

Ein weiteres Beispiel eines afrikanischen Landes mit von der Natur her sehr guten Voraussetzungen (Landwirtschaft, Wasserkraft etc.), das es aber nicht schafft, aus der Armut zu entrinnen.

NZZ 27.05.10

Armutsbekämpfung in der Praxis: in Kenya kann man Sparkonten nun via Handy einrichten und unterhalten, ein wichtiger Schritt, damit Kleinbauern zu Finanzdienstleistungen kommen.

UniPress 144/10

Arme Menschen waren deutlich kleiner als der Durchschnitt, wie Daten ab 1800 aus der Schweiz zeigen.

NZZ 09.04.10

Wie die brasilianische Regierung die Armut in den Favelas bekämpfen will (das Land nutzt seine steigende ökonomische Macht).

Pressetext 23.02.10

europäische Statistiker wollen "verständlichere" Armuts-Statistiken (und auch das problem angehen, wie man die gängige Armutsdefinition - 60% unter dem Medianeinkommen) mit Spitzenverdienern in der Statistik verbinden will.

NZZ 21.01.10

Kurze Geschichte von Haiti, dass sich trotz früher Befreiung aus der Sklaverei nie wirklich aus der Armut befreien konnte (interne und externe Gründe).

Weltwoche 21.01.10

Die katastrophalen Auswirkungen des Bebens auf Haiti sind auch Folge einer verfehlten Entwicklungshilfe, da das Land keine Strukturen hat, sich selbst zu helfen.

NZZ 01.12.09

Lateinamerika kommt recht gut durch die Wirtschaftskise, die sinkenden Rimessen dürften aber die Armutsquote auf 7% steigen lassen (eine erstaunlich tiefe Zahl, entspricht nicht dem Klischee).

Eine Welt 04/09

Übersicht darüber wie die Rezession die ärmsten Länder trifft.

Pressetext 16.11.09

Offenbar gibt es nun auch zunehmende Rimessen-Ströme in die USA: die dort lebenden Mexikaner werden wegen der Wirtschaftskrise von ihren Familien in Mexiko unterstützt.

NZZ 24.10.09

Armutsbekämpfung in Medelling - stark verknüpft mit der Schaffung von sozialem Frieden zwischen Drogenhandel, Paramilitärs, Guerilla.

NZZ 20.10.09

Warum die top-down-Planung in der Entwicklungszusammenarbeit schlecht funktioniert. Beispiele, wie unerwartetes positiven Impact hat (z.B. hilft es, wenn arme Menschen Handys haben).

NZZ 17.10.09

Wie Guinea es verscherzt, als Volkswirtschaft voon der Tatsache profitieren zu können, das wichtigste Bauxit-Land zu werden. An sich hätte das Land alle Voraussetzungen dafür, die Aluminium-Wertschöpfungskette im Land zu halten (grosses Potenzial für Wasserkraft) - aber die Kombination aus Korruption und ausländische Konzern-Macht (und Ursache-Wirkung sind hier nur schwer zu trennen) verhindert das.

NZZ 10.09.09

In den USA soll es 1.5 Millionen Kinder ohne festen Wohnsitz geben, knapp die Hälfte davon sind Schwarze.

NZZ 31.08.09

Schweden gibt 1% des BIP für Entwicklungshilfe aus und sorgt sich langsam, dass einigesa davon in korrupten Kanälen versickert. Bereits 2007 wurde versucht, Zielgerichtetheit und Effizienz zu erhöhen.

NZZ 31.08.09

Die Krise führte in Mexiko zu einer starken Erhöhung der Armut: die Einkommen nahmen zwar zu, doch die Inflation überkompensierte das deutlich.

NZZ 07.08.09

Der Transformationsprozess in der Mogolei könnte beispielhaft dafür sein zu beobachten, wie sich eine sehr traditionelle Gesellschaft in eine "modernere" verwandelt (u.a. mit Hilfe eines sehr primitiven Bergbaus).

NZZ 29.07.09

Der Niedergang Uruguays von der "Schweiz Südamerikas" (1920er) zu einem eher armen Staat wäre ein Beispiel, an dem die sozialen Dynamiken, die zu Armut führen, untersucht werden könnten.

NZZ 22.07.09

Wie die Finanzkrise die in den letzten Jahren stark angestiegene private Wohltätigkeit vermindert.

NZZ 16.07.09

Zur Armut in Papua-Neuguinea. Kann wohl nicht nur mit dem "Fluch der Rohstoffe" erklärt werden, das Land ist auch klimatisch hervorragend platziert und die Landwirtschaft hat optimale Bedingungen. Dennoch sind mancherorts bis 70% (wie zählt man das dort?) arbeitslos.

NZZ 16.07.09

Eine Fahrt mit dem Bus 96 durch Washington DC. Warum reproduzieren eigentlich auch die Städte die Geografie der Armut: reich im Nordwesen, arm im Südosten?

NZZ 25.06.09

Die Reichen werden durch die Wirtschaftskrise übermässig hart getroffen - was kaum erstaunt, denn diese haben die Möglichkeit, als Anleger zu wirken. Wohlhabende verlieren 2008 weltweit 20% der Vermögen (je Reicher, desto höher die Verluste, das die Investments risikoreicher waren). Die Zahl der "sehr Reichen" (mehr als 30 Mio $) nimmt um ein Viertel ab.

NZZ 11.06.09

Wie die Wirtschaftskrise Schwarzafrika trifft und was betreffend Armut zu erwarten ist (gemäss WEF).

Eine Welt 01.06.09

Beurteilung der Frage, welche Vor- und Nachteile eine Konzentration der Entwicklungshilfe bringt (die Nennung von "Klumpenrisiko" ist hier aber fehl am Platz).

NZZ 28.04.09

Stand der Armut in Sierra Leone sieben Jahre nach dem Bürgerkrieg.

NZZ 25.04.09

Ein neuer Global Monitoring Report zur weltweiten Armut mit einer neuen Art der Armuts-Berechnung (steigert die Zahl der Armen von 935 auf 1375 Mio Menschen).

NZZ 24.03.09

Zur Zunahme der neuen Armut in Japan, ein Land, das langsam den Nimbus einer Mittelstandsgesellschaft verliert.

NZZ 28.02.09

Wie in Neu Delhi die Bettler vertrieben und weggesperrt werden (und nicht nur die werden verhaftet, sondern auch obdachlose Tagelöhner).

NZZ 06.01.09

Mit seinen Sozialprogrammen schafft sich Chavez seine Wählerbasis (doch eben: er kümmert sich um die Armut, auch wenn die Mittel dafür nicht nachhaltig sind - und das ist das längerfristige Problem).

NZZ 30.12.08

Nebst den Mikrokrediten gibt es nun auch Mikroversicherungen für Arme: ein zentraler Gedanke mit weitreichenden Effekten: er könnte dazu führen, dass die Kurzfristigkeit als inhärentes Element der Armut (jeder Tag von der Hand im Mund leben) im Kopf verschwindet und ein Bewusstsein für langfristige Risiken und Sicherung entsteht.

NZZ am Sonntag 28.12.08

Aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise gehen die Rimessen zurück. Hier eine Übersicht über die Abhängigkeit der einzelnen Staaten von diesen Geldflüssen, so dass die künftigen Risiken für diese Volkswirtschaften besser abgeschätzt werden können. Ein zweiter Artikel mit einem interessanten Modell für Entwicklungshilfe: Paten-Unternehmen statt Paten-Kinder.

Eine Welt 04/08

Übersicht über die Finanzierung von Entwicklungshilfe: Idee der illegitimen Schulden, Aasgeier-Fonds, Entwicklungsländer als Netto-Kapitalexporteure.

NZZ 25.09.08

Rekordhohe Direktinvestitionen in Entwicklungsländern in 2007 (1.8 Bio. Dollar). Hierzu die Zahlen (Vergleich mit 2005 und 2006).

NZZ 17.09.08

Bilanz der Armutsbekämpfung in Südostasien. Das grosse wirtschaftliche Wachstum hat sich unterproportional auf die Verringerung der Armut ausgewirkt.

Pressetext 30.08.08

Uno-Studie zur (nicht überraschenden) Abhängigkeit von Lebensqualität, Gesundheit und Lebenserwartung von sozialer Ungerechtigkeit (wird hier nicht weiter ausgeführt).

NZZ 26.06.08

Staatliche Souveränität ist ein zentrales Element um Armut zu mindern (und kein Hindernis). In Afrika z.B. ist kein Staatsführer ein Souverän (sondern man muss die Macht ständig absichern).

NZZ 24.06.08

Wie Auslandsinvestitionen die Löhne in Drittweltstaaten ansteigen lassen.

NZZ 23.05.08

Japan setzt mehr eigene (geopolitische, d.h. Rohstoffe etc.) Prioritäten in der Entwicklungshilfe.

NZZ 20.05.08

Neue deutsche Armutsstatistik, wobei die Zahlen so ziemlich das Gegenteil aussagen als das, was der zuständige Minister aus durchscheinenden Gründen sagt.

NZZ am Sonntag 11.05.08

Wo es wie viel Millionäre hat - und in der Schweiz hat ein Fünftel der Haushalte mehr als eine Million Dollar Vermögen (das ist ja rasch einmal der Fall, wenn man nur schon ein Haus hat..., zudem wurden die Gelder der 2./3. Säule mitgerechnet).

NZZ 07.05.08

Update zu den Rimessen in Lateinamerika: 30 Mio. Menschen sind in anderen Ländern aktiv und senden im Schnitt 2128 Dollar pro Jahr nach Hause (66.5 Mrd Dollar insgesamt).

NZZ 29.04.08

Armut in Indien am Beispiel Delhi, das seine Slumbevölkerung vertreiben will.

NZZ 11.04.08

Nicht mehr Rentner, sondern Alleinerziehende und kinderreiche Familien sind jene Bevölkerungsgruppen, in denen das Armutsrisiko in der Schweiz am grössten ist.

NZZ 13.03.08

In der Ökonomie werden neue Verfahren entwickelt, um die Wirksamkeit von Hilfsprojekten zu überprüfen (vergleichbar wie in der Medizin).

NZZ 07.02.08

Die USA vergeben einen Teil (6 Mrd, Anteil?) ihrer Entwicklungsgelder indikatorengestützt (17 Indikatoren, u.a. betreffend governance): erste Erfahrungen sind positiv.

NZZ 18.01.08

Gemäss dem neuen Caritas-Report wird die Kluft zwischen Arm und Reich (betr. Einkommen) in der Schweiz kaum zu. Die reichsten 10% verdienen (netto, d.h. unter Einbezug der Trasferleistungen) sieben Mal mehr als die 10% ärmsten - ein recht stabiles Verhältnis über die letzten 20-30 Jahre.

NZZ 21.11.07

Fallbeispiel aus den Philippinen: die Minderheit der Matigsalog ist einen unvorteilhaften Vertrag eingegangen. Aufschlussreich, wie die verschiedenen Aspekte des Problems miteinander verhängt sind.

NZZ 01.11.07

Portrait von de Soto, der primär für die Durchsetzung von Eigentumsrechten als Kernpunkt der Armutsbekämpfung eintritt (ist ein Kernproblem, denke an Erfahrungen in Tamanrasset).

Nature 25.10.07

Kurzer Blick auf den Stand der Armutsforschung: Ein Ansatz, der sich an den randomized trials der Medikamentenforschung orientiert.. Dazu ein Editorial, der auf einen zu einfachen Blick auf die "unterentwickelten" Länder warnt (interessant).

NZZ 27.09.07

Übersicht über die Kapitalflüsse nach Afrika seit 1985 (öffentliche Entwicklungshilfe, Rimessen und direktinvestitionen - private Spendengelder fehlen offenbar).

NZZ 11.07.07

Niggli wiederholt seine (richtigen) Thesen, dass man zwischen guter und schlechter Entwicklungshilfe unterscheiden muss.

Weltwoche 28/07

Wenn man die privaten Geldflüsse (Spenden etc.) hinzurechnet, überweist die Schweiz 1.87% des BIP in die Dritte Welt (2005). Würde man die Rimessen auch dazu zählen, wären es 3.2% (also die geforderten 0.7% sind längst erreicht).

NZZ 28.06.07

Wie die Privatvermögen der Reichen weltweit in 2006 zugenommen haben. total um 11.4 Prozent (am stärksten in Lateinamerika). Dazu auch Zahlen.

NZZ 09.06.07

Eine gute analyse über die strukturellen Probleme Afrikas und die negativen Effekte der Entwicklungshilfe.

Weltwoche 22/07

Kritische Gedanken zur These, die Armen würden immer ärmer.

NZZ 28.02.07

Die Rimessen der Migranten sind für diverse osteuropäische Staaten schon fast lebenswichtig - in gewissen Staaten sind die Beträge drei bis fünf Mal höher als die Direktinvestitionen.

NZZ 21.02.07

Welche Länder erhielten Schweizer Entwicklungshilfe zwischen 1980 und 2004: solche mit schlechter Menschenrechtssituation wurden nicht ausgeschlossen (zudem ein interessantes Mass: die political terror scale).

Weltwoche 07/07

Die Schweiz ist in sozialer Hinsicht durchlässiger, als man meint.

WoZ 01.02.07

Wie die Ungleichheit hinsichtlich Vermögen weltweit zugenommen haben soll.

NZZ 26.01.07

Beispiel eines funktionierenden Entwicklungshilfe-Projektes in Tansania mit Seitenblick auf ein gut gemeintes Projekt (Moskitonetz-Abgabe) mit ungünstigen Nebenfolgen (lokale Produzenten dieser Netze wurden in den Ruin getrieben).

NZZ 23.01.07

Bericht über eine Studie der einkommens-Mobilität in verschiedenen Ländern, die unter anderem besagt, dass in den angelsächsichen Ländern die soziale Mobilität gericnger sei als oft vermutet werde. Am besten stehen diesbezüglich die skandinavischen Länder da.

NZZ 22.01.07

Eine weitgehend zutreffende charakterisierung des Weltsozialforums in Nairobi, wo Ex-Diktatoren jene Rezepte gegen die Armut predigen, die nachweislich unsinnig sind.

NZZ 09.12.06

Porträt der Projekte der Avina-Stiftung, welche in Lateinamerika die Selbsthilfe fördert.

NZZ 06.12.06

Bericht über eine interessante Studie, welche eine Korrelation zwischen der Höhe der Entwicklungsgelder und des Risikos eines Putsches feststellt.

NZZ 01.12.06

Die Rimessen der migrierten Arbeitskräfte sind nicht notwendigerweise ein Mittel für die Armutsbekämpfung. Hier einige interessante Beobachtungen zu dieser These.

Eine Welt 12.06

Positive Beispiele der Armutsbekämpfung in den ländlichen Gegenden der Dritten Welt.

Weltwoche 48/06

Sehr wichtige Gedanken, wonach die heutige Debatte über die Nutzlosigkeit der Entwicklungshilfe daran krankt, dass man nicht genau unterscheidet – zumal die jeweiligen Länder selbst bestimmen, was als Entwicklungshilfe gilt (auch Gelder für reine Interessenspolitik).

Weltwoche 43/06

Eine ältere Arbeit von Weder die Mauro: Entwicklungshilfe nützt nur in Ländern mit funktionierenden Institutionen.

NZZ 02.11.06

Asien erlebt ein starkes Wirtschaftswachstum. Hier wird die Frage erörtert, inwieweit dadurch die Armut in dieser Weltregion bekämpft werden kann.

NZZ 17.10.06

Zahlen zu den ausländischen Direktinvestitionen. Interessant ist insbesondere, dass immer mehr Drittweltländer in anderen Drittweltländern investieren (freilich auf global noch bescheidenem Niveau und vorab in Asien).

NZZ 11.10.06

Wie soziales Unternehmertum Armut vermindert und Entwicklung fördert. Und ein weiterer Artikel zu den Geldströmen von den Migranten in ihre Heimatländer und das Problem, dass die Firmen, die das tun, nicht immer seriös sind.

NZZ 07.09.06

Wie erwartet: die Überweisungen der Migranten von der ersten in die dritte Welt ist die weitaus wichtigste Entwicklungshilfe.

Eine Welt 09.06

Eines der wohl wichtigsten Elemente der Armutsbekämpfung: Die Überweisungen von der Ersten zur Dritten Welt. 250 Milliarden im Jahr 2005 – wohl eine Grössenordnung mehr als die staatliche Entwicklungshilfe. Statt das immer aus der Ausbeutungsperspektive zu sehen scheint mir folgendes weit korrekter: Die Menschen der Dritten Welt nutzen die Stabilität und Arbeitsmöglichkeit der Ersten und unterstützen damit ihre Familien weit effektiver als die staatliche Entwicklungshilfe. Und ein Artikel zur Schweizer Entwicklungspolitik.

Pressetext 30.08.06

Gemäss einer Studie sollen 13 Mio. EU-Bürger von Armut bedroht sein – ein Sechstel aller älteren Menschen in der EU. Doch die Armutsdefinition hat sein Tücken (60% des Medianeinkommens des jeweiligen Landes – da erstaunt diese Zahl nicht). Seltsam ist auch, dass das Armutsrisiko in den neuen Mitgliedstaaten am tiefsten sein soll – obwohl dort die Rentensysteme massiv umgebaut werden. Das ist gerade der statistische Effekt der falschen Armutsdefinition, da die Einkommensverteilung dort weniger breit ist.

NZZ 21.07.06

Appell des Unctad-Sekretariats, wonach die Hilfe an den ärmsten Länder vorab auf den Aufbau von Arbeitsplätzen zu zielen habe. Zudem finden sich Zahlen über die sektorale Verteilung der Entwicklungshilfe und die Uno-Definition eines armen Entwicklungslandes.

Nature 06.07.06

Bericht über ein sehr interessantes Projekt: Gezielte, langfristige Hilfe an ein dutzend Dörfer in Afrika. Hier geht es darum, Fallbeispiele des Gelingens zu generieren – etwas sehr wichtiges.

Weltwoche 28/06

Der Schuldenerlass für die ärmsten Länder hat primär dazu geführt, dass die kriminellen Eliten der betroffenen Länder das Geld für sich abgezweigt haben. Zudem ist der Begriff „Armutsbekämpfung“ derart flexibel, dass man damit sehr viel finanzieren kann – was die Effektivität dieses Projektes weiter untergräbt.

NZZ 28.06.06

Amtliche Zahlen zur Armut in den USA: 37 Millionen gelten als arm – das sind knapp 13% (bei den Schwarzen ist es knapp ein Viertel). Die Zahl der Wohlfahrtsempfänger wurde zwischen 1997 und 2005 von 3.9 auf 1.9 Millionen reduziert. Viele dieser Leute fanden zwar Arbeit, blieben aber arm – wurden also von armen Sozialhilfeempfängern zu working poor (was die Frage stellt, welcher Zustand besser ist). Der harte Kern der Armut von ca. 10% wird damit aber nicht getroffen, denn diese Leute scheinen gar nicht mehr arbeitsfähig zu sein (was immer das heisst). Warum geht man eigentlich davon aus, dass Selbstverantwortung und Arbeitswille/fähigkeit zusammengehen müssen? Kann man sich selbstverantwortlich auch eine Armutsnische einrichten, ohne zu arbeiten?

Pressetext 02.06.06

Offenbar hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung viele Forschung zu diesem Thema zusammengefasst. Man könnte daraus den Schluss ziehen, dass sich in stagnierenden Wirtschaften die Einkommensunterschiede erhöhen. Vielleicht deshalb, weil diesbezügliches Wachstum zwar alle anstreben, bei stagnierender Wirtschaft aber nur die Einkommensstarken diesen Wunsch auch umsetzen können.

Nature 25.05.06

Zu den enormen Reichtumsunterschieden auf dem amerikanischen Doppelkontinent: Eine Reihe verschiedener Erklärungsansätze: geographisch-klimatisch (auch hinsichtlich Krankheiten), Rohstoffe, Kulturunterschiede hinsichtlich der kolonialen Vergangenheit, etc. Interessant ist das Beispiel Trinidad-Tobago: Reichtum nicht nur durch Öl und Gas, sondern durch den konsequenten Einsatz der gewonnen Reichtümer für Erziehung und ökonomische Diversifikation, gepaart mit Korruptionsbekämpfung und kluger Geldpolitik. Man sollte einmal ein Mass für Ausbeutung entwickeln, es auf Länder wie Trinidad anwenden und prüfen, inwiefern Ausbeutung sich als monokausaler Erklärungsansatz für Armut eignet.

NZZ 05.05.06

Hinweis auf die bedeutenden Kapitaltransfers in die südamerikanischen Länder durch ausgewanderte Lateinamerikaner. Werden diese Kapitalströme eigentlich in die Kapitalstrombilanz erste und dritte Welt miteinbezogen? (Der Artikel findet sich bei: Arbeit). Stimmen die Zahlen in der angegebenen Tabelle? Dann wären diese Transfers ja um Grössenordungen bedeutsamer als die Entwicklungshilfe und die Direktinvestitionen.

NZZ 20.04.06

Beispiel verfehlter Mechanismen in der Entwicklungspolitik am Beispiel Kenia. Sie sorgt dafür, dass die betroffenen Länder sich nicht selbst helfen müssen, obwohl sie könnten.

Weltwoche 16/06

Das bekannte: die Dynamik der Armutsverteilung ist der relevante Aspekt. Und eine statistische Ironie: Würden in den Niederlanden die 17 reichsten das Land verlassen, hätte die Niederlande 100'000 Arme weniger – insofern würden höhere Steuern und Steuerflucht der Reichen tatsächlich die Armut bekämpfen, und zwar gemäss dem sozialistischen Prinzip: alle sind am Schluss gleich (arm).

NZZ 07.02.06

Zahlen zur Entwicklungshilfe westlicher Staaten (warum werden eigentlich nie die muslimischen Golfstaaten aufgeführt?).

NZZ 18.01.06

Zur Behauptung der Caritas, es gebe in der Schweiz eine Million Arme (bösartig: eine Million potentielle Caritas-Kunden, d.h. sofort in Caritas investieren). Unterschiedliche Studien (BfS, Kinderschutz, Höpfliner) errechnen Prozente von Armsein in verschiedenen Altersgruppen und das wird zusammengerechnet – das sieht schon von weitem methodisch fragwürdig aus. 1992 gab es offenbar eine SNF-Studie, welche die Bandbreite der Armut auf zwischen 4.8 bis 11.4 Prozent schätzt (eine weit grössere Bandbreite als bei der Caritas – hohe Bandbreiten werden der Begriffsunschärfe von Armut eher gerecht und weisen auf höhere Glaubwürdigkeit hin). Und ein wichtiger Grund: die Referenzgrösse für Bestimmung des „Minimums“ wurde geändert. Der elementare Test für die Glaubwürdigkeit der Statistik beruht schliesslich darin, ihre Abhängigkeit von „Rauschen“ (d.h. minime Änderungen nach oben und unten) zu zeigen. Ergebnis: Wird das Minimum um 50 Franken erhöht, ändern die Zahlen ebenfalls stark. Die Caritas-Zahlen sind also ein politisches Projekt. Es bleibt übrigens das zentrale Problem, Armut in Prozentrelation zum vorhandenen Gesamtvermögen zu definieren – da hat man immer Arme. Will man das eigentlich?

Weltwoche 01/06

Noch etwas genauere Analyse der Caritas-Zahlen: Die Quote der working poor sank kontinuierlich bis 2003 auf 4.4 Prozent und schnellte dann auf 7.4 Prozent hinauf – weil man die Referenzmenge änderte (2004 sank sie wieder – d.h. der Trend ist stabil). Die Armutsgrenze stieg damals von CHF 2200 auf 2450 für Einzelpersonen und für eine vierköpfige Familie von 4300 auf 4500. Senkt man diese Grenze um 200 Franken, verschwinden heute (2005) 80 Prozent aller working poor. So kommt es eben, wenn man Klassengrenzen an den steilsten Stellen von Verteilungen ansetzt, da kann man wunderbar manipulieren.

NZZ 15.09.05

Auflistung der Milleniums-Ziele für die Entwicklung Afrikas.

NZZ 15.09.05

In Lateinamerika müsste der Zusammenhang zwischen extremen Einkommensunterschieden und starrer Sozialstruktur im Sinn von Durchlässigkeit genau untersucht werden, denn bei diesen Ländern dürfte das Konzept der „Armutsfalle“ wirklich klar ausgestaltet werden. Die Einkommensverteilung allein erklärt noch nichts – sie muss dynamisch-historisch gesehen werden: woher kommt sie, was sagt sie über die Stabilität sozialer und politischer Strukturen aus, welche Mechanismen zur Nutzung der hohen Vermögen durch den Staat existieren? Zu letzterem: Südostasien wie Lateinamerika haben gleich tiefe Steuerquoten (um 15 %) – doch die Wirtschaftskraft und Armutsverteilungen sind massiv anders. USA und Brasilien haben um die 30% - doch auch hier ist der Unterschied in anderer Hinsicht gross (EU übrigens liegt bei über 40%). Vergleiche von Staaten anhand eindimensionaler Aspekte wie Einkommensverteilung und Steuerquoten sind unsinnig.

Weltwoche 37/05

Porträt des peruanischen Ökonomen de Soto mit seinen unkonventionelle Ideen zur Entwicklungshilfe (vorab: Kampf gegen Bürokratie - ein wirksames Mittel zur Unterdrückung Ungebildeter).

NZZ 10.09.05

Etwas, was man nun langsam wirklich versteht: Ausweitung des Hilfsvolumens an die ärmsten Staaten in der Dritten Welt gemäss dem klassischen Muster der Entwicklungshilfe bekämpft nicht die Armut dort, sondern fördert unsere Entwicklungshilfe-Industrie. Länder wie Botswana und Mauritius, die sich der Entwicklungshilfe zu einem grossen Teil entziehen konnte (da müsste man aber nachfragen, was genau das bedeutet), wurden erfolgreich. Und noch was: die Auslandvermögen der armen Staaten sind offenbar gar nicht so gering (werden aber nicht beziffert). Zudem sind auch die Weltbank und der IWF Teil der Entwicklungshilfe-Industrie. Wäre es sinnvoll, Kreditvergabe an gewisse Staaten für eine zeitlang zu verbieten? Die genannten Institutionen würden das nicht wollen, denn das schädigt deren Geschäftsmöglichkeiten.

Eine Welt 09.05

Detaillierte Vorstellung des Mikrofinanz-Konzeptes. Offenbar gibt es bereits 5000 bis 10'000 solche Institute. Zu beachtende Faktoren: kulturelle Unterschiede (z.B. Sparkultur, Bedeutung des Diebstahls), Bevölkerungsdichte (in Bangladesh geht das einfacher als auf dünn besiedeltem Land).

NZZ 23.08.05

Plädoyer für marktwirtschaftliche Reformen als Rezept für Entwicklungshilfe in Afrika.

NZZ 16.08.05

Weiteres Beispiel dafür, dass Mikrokredite ein sehr gutes Tool für die Entwicklung von Volkswirtschaften sind: Die ProCredit-Holding. Wichtig ist insbesondere: keine political correctness bei der Kreditvergabe, straffe Führung, Härte gegenüber Kunden, die nicht zurückzahlen (und dann nur noch bei Wucherern Geld bekommen können) – Härte heisst nicht Inkasso mit Gewalt, sondern nur, dass die Leute künftig kein Geld mehr bekommen. Das Ergebnis: Während den Unruhen in Bolivien schützen die Armen ihre ProCredit-filiale vor Plünderungen.

NZZ 09.07.05

Wie die Entwicklungshilfe in ganz Afrika schief läuft.

NZZ 04.05.05

Wie die Entwicklungshilfe im Südsudan schief läuft.

Weltwoche 12/05

Binswanger zu den statistischen Tücken der Armutsbestimmung. Und ein weiterer interessanter Aspekt: 59% der working poor sind Ausländer – überrascht ja nicht, denn viele immigrieren in die Schweiz aus schlechteren Verhältnissen und wollen es hier besser haben. Es überrascht nicht, dass diese am Anfang noch nicht reicht sind – gemessen an dem, was sie vorher hatten, sind sie aber vielleicht dennoch zufrieden (hat das jemand untersucht?). Zentral ist wie immer: die Dynamik der Armut auf Stufe Einzelbetroffener, weniger die aktuelle Verteilung, denn diese wird immer eine politische Note haben.

Eine Welt 03.05

Die Entwicklungsprobleme der Mongolei inkl. Angaben zur Geschichte des Landes.

Weltwoche 01/05

Zahlen zum Entwicklungsstand der Welt, die optimistisch stimmen.

NZZ am Sonntag 26.12.04

Hier Zahlen zu den weltweiten Geldströmen, welche Migranten in ihre Heimatländer schicken im Vergleich zur Entwicklungshilfe. Nur in Schwarzafrika macht die Entwicklungshilfe mehr aus.

NZZ 29.09.04

Porträt der Organisation Swisscontact, welche pensionierte Führungskräfte als Entwicklungshelfer engagiert.

NZZ 16.09.04

Diverse Ansichten zur Schweizer Entwicklungspolitik.

NZZ 12.08.04

Bolivien ist ein interessantes Objekt um zu verstehen, warum Länder mit derart guter Rohstoffsituation arm bleiben. Die Ausbeutungs-Story allein wird es nicht sein, wenn man die Auswirkungen des Verhältnisses (Konflikts) Bolivien-Chile auf derart viele Dinge wie Exportwege, Aufwendungen für Zusatzkontrollen (ja nichts nach Chile) etc. ansieht. Bolivien könnte auch hinsichtlich des Transitverkehrs eine zentrale Rolle einnehmen – doch wenn quasi keine Strasse nach Chile führen darf, was dann. Statt mit dem Erdgas Geld zu verdienen und damit die Strassen zu teeren, will man es den Indios gratis zum kochen abgeben (man könnte ja beides tun).

NZZ 10.08.04

Nochmals zum bolivianischen Gas. Wie stark ist eigentlich die Verlockung, den Weg von Chavez zu gehen und sich auf einen Rohstoff zu verlassen um damit das politische System umzubauen (auf eine Weise, die das Land nicht weiterbringt)? Doch die Frage ist natürlich auch: wie genau würde die Entscheidung zustande kommen, das Gas zu nutzen? Man bedenke, dass der Abbau des Gases kaum Arbeitsplätze schaffen wird, zumal auch die Technologie dazu von aussen kommen wird. Es wird also ein grosses Klumpenrisiko geben im Sinn, dass der Staat direkt (durch staatliche Abbauunternehmen) oder indirekt via Steuern zum grossen Geld kommt, was machtpolitisch die bekannte negative Dynamik ins Spiel bringen wird. Verstärken viele kleine Abhängigkeiten den Trend zur Demokratie (wäre eine These).

NZZ 09.08.04

Beispiel eines erfolgreichen staatlichen Hilfsprogramm in Mexiko ist offenbar „Oportunidades“. Wie andernorts auch ist es zentral, die Frauen in das Wirtschaftsleben einzubinden.

NZZ 17.07.04

Zu den Kontroversen, welche die Grossprojekte der Weltbank jeweils auslösen: Pro und Kontra.

NZZ 08.07.04

Neue Projekte zur Entwicklungshilfe in Mocambique, welche den Staat bei der Wahrnehmung seiner Kernaufgaben stützt.

Nature 10.06.04

Interessantes zu Fehlprognosen: Als 1950 Südkorea, Ghana und die Philippinen etwa gleich arm waren, sah man die beiden letzteren künftig vorne – doch es ist anders gekommen, wie wir wissen. Ein wichtiger Faktor: Länder mit über vielen Jahrhunderten bewährten staatlichen Strukturen (relativ egal, was für welche), waren seit 1950 weit erfolgreicher als solche, die da nicht hatten.

NZZ 11.04.04

Mäder zu Kinderarbeit. Man sollte sich nicht dazu verführen lassen, auf den fragwürdigen Zahlen umherzuhacken. Bei Kindern ist das Problem der Wahrnehmung und der subjektiven Erfahrung von Armut wichtiger. Die Frage ist natürlich: was beeinflusst diese Wahrnehmung. Geld an arme Familien zu geben – weil sie eben arm sind – ändert diese Wahrnehmung ja nicht, sondern verstärkt sie (nun weiss man offiziell, dass man arm ist). Man sollte diesen Gedanken zumindest etwa weiterdenken.

NZZ 28.02.04

Untersuchungen, die einen signifikanten (und erwarteten) Unterschied der Beurteilung von Armut in den USA und der EU zeigen: Die Amerikaner glauben weit weniger (29% vs. 60%), dass Arme in ihrer Situation gefangen sind und dass hohes Einkommen Glückssache ist (30% vs. 54%), sowie weit mehr (60% vs. 26%), das Arme faul sind. Nur ist die empirische Evidenz, dass die Armen in den USA besser aus ihrer Situation rauskommen können als in der EU offenbar kaum vorhanden (warum eigentlich: kann oder will man das nicht untersuchen? Oder ist diese Behauptung falsch?).

NZZ 18.12.03

Bericht über die Entwicklungsmassnahme „Kleinkredite“ in Indien.

NZZ 30.08.03

Die Reform der Sozialhilfe bei den alleinerziehenden Müttern in den USA hat offenbar den Effekt, die (messbare) Armut drastisch zu verringern: Vergleich 1005 zu 2001: Halbierung der Anzahl, die Fürsorge braucht, Anstieg der Arbeitsmarktpartizipation von 65 auf 75%, Armutsquote erreicht tiefsten je gemessenen Wert (steigt aber offenbar wieder an). Man müsste aber mehr darüber erfahren, wie genau diese Zahlen bestimmt werden – zumindest wird damit aber NZZ 28.02.04 etwas abgemildert. Doch eine Erkenntnis ist: die Sozialhilfereformen hat das Verhalten der Armen stark verändert – Änderung ist also möglich. Interessant im Hinblick auf die Überlegung, das Armut als ein Problem sozialer Erstarrung verstanden werden kann.

NZZ 28.05.03

Es gibt (erwartungsgemäss) einen Zusammenhang zwischen Bürgerkriegsdichte und Entwicklung eines Landes, so ein UNO-Bericht.

NZZ 13.05.03

Effekt der Wirtschaftsreformen in Indien: Armut sank von 36% (1993/4) auf 26% (1999/2000) der Gesamtbevölkerung (auch hier aber: wie genau misst man – andere nennen 29%). Indien koppelt die Armutsdefinition am Vermögen, eine gewisse Mindestzahl an Kalorien (2400/Tag) erwerben zu können – kein schlechter Ansatz.

NZZ 08.04.03

Ideen, wie man das Sparkapital in der Dritten Welt mobilisieren kann.

NZZ 15.02.03

Zur SNF-Studie über working poor. Empfundene Abhängigkeit ist ein Grundproblem. Beachte hinsichtlich der Ausländerproblematik: für einige Asylsuchende bedeutet das Leben in der Schweiz einen sozialen Abstieg verglichen mit der Situation im Heimatland (die ganz Armen schaffen es ja nicht bis nach Europa).

NZZ am Sonntag 19.01.03

Zur Einkommensschere in den USA und deren Dynamik seit 1913 (Anfang 1920 erreichte der Anteil der „Superreichen“ am nationalen Gesamteinkommen den Höchststand: über 4%). Interessant ist die Feststellung, dass in der Schweiz der Anteil der Superreichen zwischen 1967 und 1997 markant abgenommen hat (geteilt durch Drei) – müsste man genauer ansehen.

NZZ 04.01.03

Zu den Schwierigkeiten, die Weltarmut zu berechnen: Die Konsumverteilungen, die als Referenz dienen, unterscheiden sich zwischen Reich und Arm innerhalb eines Staates. Die Bestimmung eines plausiblen Armutsbegriffes muss von einer Konzeption menschlicher Grundbedürfnisse ausgehen und man muss die lokale Preisentwicklung dieser Güter kennen.

Horizonte 12.02

Zum Beitrag der Wissenschaft bei der Entwicklungszusammenarbeit.

NZZ 30.05.02

Ein Plädoyer gegen Kapitalimporte in Drittweltstaaten, weil diese dadurch destabilisiert würden. Offene Märkte der Industrieländer sind besser, weil diese Länder ihr Geld dann selbst verdienen können.

NZZ 16.05.02

Zu den hausgemachten Entwicklungsschranken Afrikas.

NZZ Folio 05.02

Interessante kulturgeschichtliche Aspekte darüber, was Reichtum ist. In den Hochanden ist das kastrierte, fette Lama synonym für Reichtum, denn es partizipiert nicht mehr. Das ist eine interessante Analogie zu einem möglichen Konzept von Armut als Nichtpartizipation (nur ist Armut eine fehlende Fähigkeit zur Nichtpartizipation, während Reichtum ein gewählter Akt wäre, oder?). Zudem: Antworten zur Frage, warum der Westen reich geworden ist, wie Geld krank machen kann und zu möglichen Kriterien für Umverteilung.

Weltwoche 07.02.02

Was nun recht gut fundiert ist: Je mehr sich Drittweltstaaten der Globalisierung entziehen, desto ärmer sind sie dran (die Krux liegt natürlich in der genauen Bedeutung von „entziehen“ – muss ja nicht unbedingt ein gewählter Akt sein). Ein offenbar zentraler Punkt von „entziehen“ ist der Kontrollgrad von Import/Export und deren Besteuerung.

NZZ 12.11.01

Das „gut gehen“ ist in der Tat ein subtiler Begriff, hinsichtlich Inhalt wie Anwendungsbereich. Gerade deshalb sollte er sich nur bottom up mit Inhalt füllen dürfen.

NZZ 07.08.01

Studie die bemerkt, dass 55% der working poor bereits jetzt mehr als das von den Gewerkschaften geforderte Minimaleinkommen verdienen und dass Minimallöhne deren Quote nur von 7.5 auf 6.3 % verringern würde.

Weltwoche 12.07.01

Klar ist: Reden wir nicht über die Höhe der Einkommen, sondern über die Höhe der Steuern. Wer soll denn bestimmen, was eine Arbeit wert hat?

NZZ 11.07.01

Zur grossen Bedeutung moderner Technologien bei der Entwicklungszusammenarbeit. Zudem Hinweise auf einen UNO-Bericht, der einmal vorab den mangelnden Willen und nicht die fehlenden Gelder als Haupthindernis deklariert.

NZZ 30.06.01

Reportage, die zeigt, das mit Mikrokrediten in Bangladesh alles bewegt wird.

NZZ 14.06.01

Investitionen von Firmen in der Dritten Welt schaffen mehr Arbeitsplätze als staatliche Entwicklungshilfe (man wünscht sich dazu Zahlen)

Eine Welt 03.01

Zum Beitrag der Schweiz an den internationalen Bemühungen zur Entschuldung der Dritten Welt.

NZZ 30.12.00

Interessante Bemerkung: Die Chinesen erlaubten früher Direktinvestitionen aus dem Ausland nur für Projekte, die den Schuldendienst durch Exporte selbst erwirtschaften konnten – also ein Mittel gegen Überschuldung. War vielleicht keine schlechte Idee. Und noch ein wichtiger Punkt, der dazu in einer gewissen Opposition steht: Geldgeber wollen am liebsten erfolgreiche Entwicklungsprojekte finanzieren – also solche, die das Entwicklungsland durchaus auch selbst finanzieren könnte. Hier geht dann die Türe auf für jene korrupten Vertreter des Entwicklungslandes, welche die eingesparten Mittel für eigene Zwecke verwenden, ohne dass man direkt betrügen muss.

NZZ 11.11.00

Über den Washingtoner Konsens von Entwicklungsökonomen.

NZZ 13.10.00

UNO-Bericht über die Lage der 48 ärmsten Länder der Welt – hier dürfte der Ausdruck Armutsfalle angebracht sein. Es wird festgehalten, dass das Ausmass der in Richtung dieser Länder strömenden Kapitals von 14.2 Mrd. $ (1991) auf 10.4 Mrd. $ (1998) abnahm – doch was ist Ursache und was ist Wirkung?

NZZ 26.08.00

Der Zusammenhang zwischen Stadt und Armut ist interessant, weil Städte rein aufgrund der Bevölkerungsdichte Organisationsformen zwischen Armen erlauben und ihnen dazu ein Netz geben (dazu ein Beispiel aus Berlin). Es ist zentral, dass Städte das erlauben. Sie müssen deshalb auch Zonen erlauben, wo Armut sichtbar werden darf.

NZZ 20.07.00

Zum Verhältnis staatlicher und privater Entwicklungshilfe.

NZZ 30.06.00

Kritische Beurteilung des UNDP-Armutsberichtes: Die Leute diagnostizieren zwar den Zustand richtig, verstehen aber die Dynamik nicht und erschöpfen sich in moralischen Desiderata wie mehr Menschenrechte.

NZZ 13.06.00

Brasilien scheint ein Beispiel zu sein, wo bemerkenswert viel Geld (10% des BSP bzw. ein Drittel des Haushaltes) in Armutsbekämpfung, Sozialhilfe und dergleichen fliesst – die Armut aber nicht bekämpft wird. Offenbar fliesst das Geld an die die falschen Stellen.

NZZ 24.05.00

Wie hilft man den working poor: mit Mindesteinkommen oder Zuschüssen? Ersteres hat den positiven Effekt, dass man „Selbst“ etwas beiträgt – aber den bekannten und gut untersuchten negativen Effekt, dass die Zahl der tiefer bezahlten Arbeitsplätze abnimmt. Letzteres erhöht das Gefühl der Abhängigkeit, ist aber gezielt steuerbar.

NZZ 04.04.00

Kritische Gedanken zur Grundphilosophie des UNDP, welche offenbar dem Einsatz von Marktkräften grundsätzlich skeptisch gegenübersteht.

NZZ 25.03.00

Kritische Gedanken zur herrschenden Entwicklungshilfedoktrin, welche den privaten Sektor vernachlässige und die Idee des Wachstums aufgegeben habe.

NZZ 11.09.99

Zur Debatte, wie die Entwicklungshilfe finanziert werden soll und ob es dafür neue Institutionen braucht.

Le Monde diplomatique 06.09.99

Zur Problematik der Armutsdefinitionen und ein Vorschlag: Arm ist, wem die materiellen und sonstigen Voraussetzungen zu einer umfassenden, angemessenen Teilnahme an der Gesellschaft entbehren. Mal abgesehen davon, dass man sich zwischen „umfassend“ und „angemessen“ entscheiden sollte (ersteres ist mit Sicherheit Unsinn), wäre eine präzisere Fassung des „sonstigen“ ein interessanter Ansatz.

Le Monde diplomatique 18.04.99

Zuerst mal ein Lob an die Mikrokredite (interessant, auch die USA begann damit bereits 1977), dann aber wird die Tatsache, dass die Sache erfolgreich ist und ein Geschäft werden kann zum Problem erklärt. Dieses Muster ist so berechenbar.

Bieler Tagblatt 27.10.98

Zu Forschungsprojekten, die der Entwicklungshilfe dienen.

Nature 08.10.98

Zur Wissenskluft zwischen Nord und Süd - hier gezeigt am Beispiel Patente.

Eine Welt 

Ein Artikel zu den Schwellenländern (China, Indien), die als Entwicklungshelfer auftreten. Und ein weiterer Artikel zur "Erklärung von Paris".

 

 

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