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Arbeit - Kernpunkte:

  • Alle Fragen betreffend Arbeit (auch unbezahlte) und ihre Relation zu sozialpolitischen Fragen wie Arbeitslosigkeit, Einkommen und soziale Sicherung.

  • Anthropologischer Status der Arbeit

  • Politischer Bias aufgrund meiner libertären Einstellung.

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Eigene publizierte Artikel zum Thema:

Stand des Nachdenkens (22.02.07)

„Arbeit“ umfasst ein sehr grosses Themenfeld, das meiste hier ist also sehr ungenau. Das für mich grundlegend Interessante am Begriff der Arbeit ist die Frage, inwieweit dieser die notwendigen (d.h. lebenserhaltenden) Aktivitäten eines jeden Menschen abdecke soll, oder vielmehr jene Aktivitäten, die zur Sinnfindung beitragen und damit Arbeit als etwas spezifisch Humanes auszeichnet. Damit einher geht auch die Frage, inwieweit sich diese beiden Aspekte überlappen - eine Frage, die man etwa im Kontext einer Art Naturgeschichte der Arbeit untersuchen kann. Die spezifischeren Fragen betreffen dann den Stellenwert der Arbeit in der Organisation von Gruppen von Menschen bis hin zu unseren modernen Gesellschaften. Themen sind hier Arbeitsteilung, die Frage des Zwangs zur Arbeit (z.B. Sklaverei), das Nicht-Arbeiten (z.B. Arbeitslosigkeit) und den Status der Arbeit (z.B. die Frage nach deren Entlöhnung).

Eine bekannte Antwort auf die erste Frage liefert beispielsweise Marx, der Arbeit ja als etwas spezifisch Humanes ansieht, indem der Mensch quasi durch Arbeit zum Menschen wird. Im Fokus stehen dann die Bedingungen, unter welchen Arbeit geschieht, so dass wohl dann verschiedene Arten von Arbeit resultieren, grob die „schlechte“ Arbeit (ein Ausdruck von Ausbeutung) und „gute“ Arbeit (jene, die dem Menschen sinn verleiht). Man könnte schon hier einwenden, dass man nicht a priori ausschliessen kann, dass auch Arbeit die objektiv der Ausbeutung dient, vom betroffenen Menschen als Aspekt der Sinngebung empfunden werden kann. Hier nähert man sich der Idee an, dass Arbeit eher Ausdruck einer Lebensnotwendigkeit ist (die bei entsprechender gesellschaftlicher Organisation auch Ausbeutung mit einschliesst) und gleichzeitig dadurch auch einen Sinncharakter hat. Ich denke, dass ein solcher Zusammenhang da sein kann, blickt man auf die „Naturgeschichte“ der Arbeit - also wann in der menschlichen Evolution sind die Tätigkeiten zur Lebenserhaltung bewusst als diesem Zweck dienlich wahrgenommen worden? Der Akt dieser Bewusstwerdung könnte durchaus mit positiven Gefühlen einher gegangen sein - etwa im Sinn das einem das Wissen über die Tatsache, dass die eigene Tätigkeit die Existenz mit Stolz erfüllt hat. Ich denke, dass ein weiteres Nachdenken in diese Richtung einiges erhellen könnte - etwa, warum Ausbeutung ein relativ stabiles gesellschaftliches Phänomen ist (wobei ich mir auch noch klar werden müsste, was „Ausbeutung“ überhaupt ist). Zu Bedenken ist hier auch der Mythos, dass Arbeit als Gottesstrafe gelten kann („im Schweisse deines Angesichts...“) - diese Arbeit hätte dann kaum einen sinngebenden Charakter. Wie kam es zu diesem Mythos (weil das Leben in der beginnenden Agrargesellschaft langweiliger wurde - nur so eine Idee)?

Folgen wir dem Gedanken, dass Arbeit ein Element der menschlichen Sinnschaffung ist, lassen sich noch einige Gedanken und Fragen zu den oben erwähnten spezifischen Aspekten anbringen. Zuerst zur Arbeitsteilung. Man sollte diese wohl als eine Form von Partitionierung von Prozessen ansehen. Dass dadurch die Produktivkräfte enorm gesteigert werden (in Abhängigkeit aber von der Art der Arbeit), ist aus historischer Perspektive wohl klar - ebenso klar ist aber auch, dass diese nicht beliebig gesteigert werden kann. Wäre der Grad der Partitionierung auf der x-Achse und die Produktivität auf der y-Achse, muss man ein globales Maximum annehmen, d.h. einen optimalen Grad der Patitionierung - in Abhängigkeit von der Art des Prozesses. Dies hat unter anderem damit zu tun, dass Arbeit bei einer zu starken Zerstückelung in monotone Einzelschritte ihren Sinngebungscharakter verliert und damit von den betroffenen Personen nicht mehr produktiv umgesetzt wird. Eine interessante Frage wäre hier, inwiefern sich bei einer Dienstleistungsgesellschaft die Art der Partitionierung ändert, zumal bei vielen Dienstleistungen weit weniger als etwa bei einem industriellen Prozess klar ist, wie eine natürliche Partitionierung aussehen würde.

Eine weitere Frage wäre: soll es einen Zwang zur Arbeit geben. Diese Frage macht Sinn sowohl im Kontext Arbeit = Lebenserhaltung und Arbeit = Sinnaufgabe. Im ersteren Fall wäre der Zwang zur Arbeit gleichbedeutend mit dem Trieb zur Existenzsicherung und die Frage stellt sich, wie eine Gruppe oder Gesellschaft damit umgeht, dass Mitglieder ihren Lebenserhalt nicht selber tragen können. Zweifellos hängt dies vom ökonomischen Potential einer Gesellschaft ab. Reichen die Ressourcen in einem absoluten Sinn nicht aus, würden die Nichtarbeitenden einfach sterben - ausser, es bestünden etwa besondere emotionale Beziehungen derart, dass Nichtarbeitende gar auf Kosten von Arbeitenden am Leben erhalten würden. Glücklicherweise stellen sich solche Fragen in entwickelten Gesellschaften nicht mehr - d.h. es besteht prinzipiell die ökonomische Möglichkeit Nichtarbeitenden das Überleben zu sichern (die Frage nach deren Status ist dann freilich eine andere). Interessant wäre hier die Frage, warum es eigentlich zu Sklaverei gekommen ist und inwieweit diese ein notwendiger Schritt in der Entwicklung einer arbeitsteiligen Gesellschaft darstellt. Das Bild von Sklaverei als reines Ausbeutungsprojekt ist wohlmöglich nicht ganz zutreffend - vorab geschichtlich gesehen war Sklaverei wohl eine Form zur Sicherung des Überlebens von kleinen Gruppen in harschen Bedingungen (etwa die Sklaverei bei den Tuareg) und die sozialen Beziehungen ähnelten eher einer (patriarchalischen) Familie. Das wäre ebenfalls eine interessante Sache, der man nachgehen könnte. In ähnliche Richtung sollte man sicher auch bei der Kinderarbeit denken. Die kontraproduktiven Wirkungen der Kampagnen gegen Kinderarbeit sind ja wohlbekannt.

Noch interessanter ist die Frage des Zwangs zur Arbeit, wenn diese als Sinnaufgabe verstanden wird. In diese Tradition fallen wohl alle Übergelungen, die in Pflichtarbeit eine erzieherische Funktion sehen (möglicherweise reagiert man deshalb so sensibel auf das Problem Jugendarbeitslosigkeit). Auch hier würde die schiere Ausbeutungsperspektive wohl zu kurz greifen. Der Zehnte im Mittelalter war nicht nur ein Weg, Arbeitskraft auszubeuten, sondern auch Stütze einer sozialen Ordnung. Vermutlich ist die Idee der Beschäftigungsprogramme als Kampf gegen die Arbeitslosigkeit im Grunde von der Idee motiviert, dass die Betroffenen die Vorstellung eines sinngebenden Charakters der Arbeit nicht verlieren sollten. In diese Richtung weiterdenkend dürfte man einiges über unser Verständnis von Arbeit erfahren.

Das Nicht-Arbeiten-(Können) - also die Arbeitslosigkeit - ist bekanntlich in Befragungen über Problem-Rankings meist weit oben anzutreffen. Warum ist das eigentlich so in Gesellschaften, bei denen man Überleben von der Notwendigkeit zu arbeiten durch die sozialen Netze entkoppeln konnte? Das sich hier eröffnende Problemfeld ist vielgestaltig, zumal ja die Problematik der Arbeitslosigkeit oft Formen von Arbeit betrifft, die als wenig attraktiv gelten (monotone oder einfache Arbeit) und demnach möglicherweise nur zu geringer Sinnfindung beitragen. Aus Sicht der Betroffenen sind mehrere Antworten möglich: Erstens, das Argument der Unattraktivität ist biased dadurch, dass das Urteil von jenen gefällt wird, die gar nicht betroffen sind. Zweitens, nicht die Arbeit, sondern die sozialen Kontakte bzw. deren Verlust gelten als Kernelement der Sinngebung. Drittens, der Standard „Überleben“ ist unzureichend. Viertens, die zugängliche Arbeit ermöglicht in der Tat keine Sinngebung. Fünftens, man will keinen Sinn, bequemes existieren reicht. Man sollte dieses Möglichkeitsspektrum genau durchdenken und erweitern, will man Arbeitslosigkeit verstehen. Zumal das Problem stark in das links-rechts-Politschema verwachsen ist, dürften auch Blindheiten bestehen (könnte man auch das quantifizieren?).

Aus Sicht der Gesellschaft wird das Steuerungsproblem von Arbeit am Problem der Arbeitslosigkeit wohl am heftigsten diskutiert. Die Verteilungs-Argumentation krankt an einer statischen Betrachtung des Problems (Es gibt nun mal keine fixe Menge „Arbeit“, die verteilt werden kann - die Regeln des Verteilprozesses beeinflussen diese Menge). Ansätze des Kontrollproblems bieten den Preis der Arbeit (Mindestlöhne etc. - wogegen es zumindest aus einer ökonomischen Perspektive klare Einwände gibt), die Menge der Arbeit (maximale Arbeitszeiten), Ausschluss bestimmter Gruppen für bestimmte Arbeiten, Schaffen künstlicher Arbeitsplätze, etc. Hierzu sollte ich man fundierter nachdenken.

Die Status-Problematik schliesslich umfasst sehr viele Themen. Klar ist, dass Lohn allein nicht den Status von Arbeit definiert (deshalb gibt es ja die so genannte Freiwilligenarbeit) - nicht mal bei Lohnarbeit selbst. Leistungslöhne etwa sind ab einer gewissen Höhe nicht mehr relevant, wenn der Grad der Zufriedenheit, die eine Arbeit hervorruft, bemessen werden soll. Den Begriff der „unbezahlten Arbeit“ hat etwas sehr seltsames an sich, da damit implizit die Forderung einhergeht, alles dem Prinzip der Monetarisierung unterzuordnen (oder böse gesagt den Kapitalismus bis in die hinterste Familie reinzutragen - seltsam deshalb, weil diese Problematik meist von linker Seite auf den Tisch gebracht wird). Möglicherweise muss man auch die Arbeitsmigration mindestens teilweise unter dem Statusaspekt betrachten (so etwa die Beobachtung, dass junge Westafrikaner den Weg nach Europa als eine Art Initiation ansehen - man geht in die Fremde und wird dort zum Mann, der seiner Familie was bringt). Mit der Statusfrage kommt schliesslich auch die ganze Problematik Armut ins Spiel - das ist ein Buch für sich.

 

NZZ 13.11.18

Roboter haben vorab im angelsächsischen Raum zu einem Abbau von Arbeitsplätzen geführt, in Kontinentaleuropa zum Beispiel nicht.

NZZ 10.11.18

Es gibt immer mehr Freelancer, so dass man sich überlegen sollte, wie deren soziale Absicherung funktionieren soll.

NZZ 31.08.18

Eine vermutlich zutreffende Beobachtung leider ohne Datenbasis: immer mehr Menschen machen sinnlose Arbeit (und werden dafür bezahlt) - das macht die Menschen unglücklich.

NZZ 07.08.18

Hintergründe zur "unerklärlichen Differenz" zwischen Männer und Frauenlöhnen, die ganz und gar nicht unerklärlich ist, sondern auf plausible Differenzen hinweist, die man einfach nicht misst.

NZZ 27.07.18

Statistiken: Schweizer Arbeiten im Schnitt immer weniger und haben dennoch mehr frei verfügbares Einkommen.

NZZ 06.07.18

Der Mindestlohn in Deutschland hat weder die befürchteten negativen Effekte in der Beschäftigung noch die erwünschten positiven Effekte in der Armutsbekämpfung.

NZZ 03.05.18

Wichtige Worte gegen die Digitalisierungs-Apokalyptiker bezüglich der behaupteten Massenarbeitslosigkeit aufgrund von Automatisierung: Diese Behauptung ist getragen von Beratungsunternehmen, Journalisten und dramatisierenden Wissenschaftlern.

NZZ 10.03.18

Zur Angleichung von Mensch und Maschine und was das für die Arbeit der Zukunft bedeutet.

NZZ 21.02.18

Nathalie Rüfenacht gewinnt ihre Diskriminierungsklage.

NZZ 03.02.18

Wie die Gig-Worker - die freien, digital vermittelten Auftragsarbeiter - die Arbeitswelt verändern.

NZZ 10.11.17

Studien zu den erwarteten Verschiebungen im Arbeitsmarkt aufgrund der Digitalisierung.

NZZ 08.11.17

Anbieter von Co-Working-Spaces werden zu einem Wirtschaftsfaktor.

NZZ 27.07.17

Gründe für Lohnunterschiede zwischen Männder und Frauen: Männer nutzen Ambiguitäten in Lohnverhandlungen offenbar im Schnitt besser aus.

NZZ 08.06.17

Eine Prognose zur Digitalisierung der Arbeitswelt im Jahr 2050.

NZZ 30.05.17

Wenn man genau hinschaut, werden viele Gruppen lohnmässig "diskriminiert": Kleinwüchsige, Übergewichtige, Hässliche, Ausländer etc.

NZZ 04.02.17

Zu den unterschiedlichen Interpretationen der US-Arbeitslosenzahlen.

NZZ 17.01.17

Eine schöne Grafik zum befürchteten Arbeitsplatzverlust durch Digitalisierung.

NZZ 21.11.16

Warum Filipinos so viele Crews von Hochseeschiffen bilden.

NZZ 18.11.16

Gewerkschaftlich fixierte Löhne und hohe Pensionskassenbeiträge sorgen dafür, dass Leute über 50 keinen Job mehr bekommen.

NZZ 12.11.16

Scharfsinnige Gedanken von David Autor über die Zukunft der Arbeit und die damit verknüpften politischen Konsequenzen.

NZZ 01.11.16

Wirtschaftsprüfer stehen nun auch auf der Liste der digital gefährdeten Arbeitsplätze.

NZZ 25.10.16

Übersicht über den Tod durch Überarbeitung in Japan.

NZZ 11.10.16

Firmen wie insbesondere Banken prüfen ihre Mitarbeiter zunehmend auf psychologische Probleme, um Sicherheitsrisiken auszuschalten.

NZZ 27.09.16

Der Beschäftigungszuwachs in der Schweiz passiert weitgehend in der Gesundheits- und Sozialbürokratie.

NZZ 26.08.16

Wenn man genauer hinschaut, wie Industrie 4.0 Arbeitsplätze eliminiert, wird die Geschichte nicht mehr so einfach, es entsteht durchaus auch neues (Beispiel aus Österreich).

NZZ 01.06.16

Es soll weltweit 46 Mio. Sklaven geben - allerdings wird der Begriff Sklave recht dehnbar verwendet (was nicht heissen soll, dass auch Nicht-Sklaven nicht ausgebeutet werden).

NZZ 21.05.16

Industrielle Arbeitsplätze kehren in die USA zurück (reshoring).

NZZ 21.05.16

Indien soll ein globaler Produktionsstandort werden, was aber schwierig werden dürfte.

NZZ 05.04.16

Das Konzept Holacracy will Unternehmen ohne Hierarchie.

NZZ 10.02.16

Hintergründe zum Thema Mobbing.

NZZ 31.12.15

Die Produktivitäts-statistiken erfassen nicht, wenn Leute weniger arbeiten und mehr Freizeit haben wollen. Entsprechend sind die vergleichsweise tiefen Produktivitätsfortschritte in der Schweiz Ausdruck dieses Phänomens: die Leute wollen weniger arbeiten.

NZZ 09.12.15

Abschätzung, welche Berufe durch die neue Generation von Robotern am stärksten betroffen sein könnten.

NZZ 04.12.2015

Die Lohnverteilung blieb in der Schweiz über die vergangenen 20 Jahre stabil. Volatil sind lediglich die Spitzenlöhne des obersten Promills.

NZZ 27.11.15

Wie der liberale Arbeitsmarkt in der Schweiz angegriffen wird und was man dagegen tun kann.

NZZ 30.10.15

Eine Übersicht, in welchen Bereichen es zu einer Zu- und einer Abnahme der Arbeitskräfte gekommen ist.

NZZ 09.09.15

Wie Firmen ein stimulierendes Umfeld für Ihre Mitarbeiter schaffen wollen.

NZZ 04.09.15

Es werden auch immer mehr Bürojobs in die Schwellenländer aufgrund der Lohnkosten verschoben.

NZZ 02.09.15

Wie sich bislang Flüchtlinge (bzw. Migranten) in den Schweizer Arbeitmarkt integriert haben.

NZZ 22.08.15

Zur so genannten Lohnungleichheit von Mann und Frau - wichtige statistische Fakotren fehlen weiterhin.

NZZ 19.06.15

Frankreich wird die 35-Stundenwoche nicht mehr los, obwohl das die Wirtschaft erheblich schadet.

NZZ 30.04.15

Eine kurze Geschichte des Streiks

NZZ 11.03.15

Das Wachstum an Arbeitsplätzen in der Schweiz seit 2002 ist in erster Linie Bürokratiewachstum (aber auch Gesundheitswesen und Bildung, was aufgrund hoher Zuwanderung wohl nötig war).

NZZ 06.01.15

Das Büro wird immer mehr aus "Handy"reduziert - hier eine Übersicht, was Cisco dazu machen will.

NZZ 10.12.14

Ältere Arbeitnehmer in der Schweiz sind nicht häufiger arbeitslos, brauchen aber länger, bis sie wieder eine Stelle gefunden haben.

NZZ 30.10.14

Der so genannte "nichterklärbare" Unterschied zwischen Männer und Frauenlöhnen beruht auf folgendem statistischen Konstrukt - man vergleicht Personengruppen mit vergleichbaren Merkmalen (hier sollte man wissen: welche genau) und berechnet die Lohnunterschiede.

NZZ 08.10.14

Zu den Auswirkungen des demografischen Wandels auf den Schweizer Arbeitsmarkt: Der Arbeitsmarkt ist dynamischer als man denkt (d.h. viele wechseln den Job, Arbeitslosenrate ist dennoch tief).

NZZ 09.07.14

Eine Abschätzung der Steuerbelastung und Lohnentwicklung der Schweizer Mittelklasse.

NZZ 21.06.14

Interessante Reportage über die "Walz" der Zimmermänner, die drei Jahr dauern muss.

NZZ 14.05.14

Vergleich der Arbeitslosenzahlen in Europa. Als Land mag die Schweiz noch Spitze sein, doch Regionen in Deutschland und Österreich sind besser.

NZZ 23.04.14

Eine Studie, die vor 20 Jahren den positiven Effekt eines Mindestlohnes behauptet hat, ist methodisch schwach und wurde in der Zwischenzeit widerlegt.

NZZ 15.04.14

Beispiel des Effekts des (sehr tiefen) Mindestlohns in Grossbritannien: praktisch kein Verlust von Arbeitsplätzen.

NZZ 12.04.14

Übersicht, was in den einzelnen Ländern stuermässig vom Lohn abgezogen wird: über 40% in Belgien.

NZZ 10.04.14

Zum Siegeszug des Grossraumbüros und des Verlusts eines wirkliche eigenen Arbeitsplatzes.

NZZ 09.04.14

Warum der Mindestlohn in der Schweiz das Beizensterben zusätzlich verstärken würde.

NZZ 29.03.14

Warum die Gleichschaltung der Löhne (Mindestlohn) in der Schweiz unsinnig ist.

NZZ 12.03.14

Warum ein (insbesondere ein zu hoher) Mindestlohn falsch ist.

NZZ 14.02.14

Zur Mindestlohninitiative: Vergleich der Mindestlöhne mit anderen Ländern (auch kaufkraftbereinigt stünde der Schweizer Vorschlag klar an der Spitze).

NZZ 22.01.14

Zur Fehlinterpretation von Daten zur Jugendarbeitslosigkeit in Europa. Zudem lenkt das von der Arbeitslosigkeit älterer Arbeitnehmer ab, was ein gravierenderes Problem ist.

NZZ 13.07.11

Erneute Darlegung der Kernargumente, warum ein Mindestlohn falsch ist (Umverteilung muss anders laufen).

NZZ 11.05.11

Zur Jugendarbeitslosigkeit in OECD-Ländern, die - abgesehen von wenigen Ausnahmen (u.a. CH) - erschreckend hoch ist.

NZZ 30.04.11

Der grosse Beschäftigungszuwachs in der Schweiz der letzten Jahre geht vorab auf das Konto des Gesundheitswesens, der Bildung und des öffentlichen Sektors und passierte nicht im Bereich der Unternehmerwirtschaft.

NZZ 02.02.11

Neue Arbeitslosenzahlen aus der EU: verharren bei 10%, Jugendarbeitslosigkeit bei 20%.

NZZ 12.01.11

Zur Debatte um den Fachkräftemangel in Deutschland. Man sollte das nicht nur als Bildungsproblem ansehen, sondern vielmehr die Frage stellen: Warum zieht Deutschland keine Fachkräfte an?

NZZ 29.10.10

Die Rationalisierung der Arbeitsplätze geht (natürlich) zulasten der Qualität der Arbeit (vorab wenn man denken muss). Deshalb sollte man (s)ein Büro zu Hause haben.

NZZ 05.10.10

Eine Statistik zum Anstieg so genannt "unsicher und schlecht bezahlter" Arbeit (findet sich vorab im Gastgewerbe und im Haushalt).

NZZ 03.06.10

Die Selbstmorde beim chinesischen Unternehmen Foxconn verweisen auf die Entwurzelung der Arbeitsmigranten in China (möglicherweise erlaubt der chinesische Weg eben nicht die Suche nach dem Glück, wie dies (früher) die USA als Ort für Wanderarbeiter war/ist). Man bleibt stecken, die Leute merken das.

NZZ 10.03.10

Übersicht über Löhne in international agierenden Schweizer Unternehmen.

NZZ 27.02.10

Überlegungen zur Frage, warum sicher derzeit so viele beruflich als "Künstler" verstehen, obwohl es 99% nicht schaffen, davon zu leben. U.a. ein Phänomen der Wohlstandsverwahrlosung (das Erbe der Eltern durchbringen)?

NZZ 01.02.10

Eine Ausstellung im deutschen Hygienemuseum zum Thema Arbeit.

NZZ 09.12.09

Zum Problem "Arbeitssucht": sog. Arbeitssüchtige bekennen sich ofenbar gerne zu ihrer "Sucht" und machen weiter. Hinsichtlich Einschätzung der Problemlast aus Sicht von Fachleuten figuriert Arbeitssucht eher tief.

NZZ 18.11.09

Der durchschnittliche Bruttolohn in der Schweiz liegt nun bei 5832 Franken - die Lohnungleichheit hat in den letzten Jahren leicht zugenommen.

NZZ 28.10.09

Übersicht über die Mindestlöhne in verschiedenen Schweizer Branchen. Ein zweiter Artikel zur Frage, welche probleme sich bei den "Überlebenden" einer Restrukturierungsmassnahme in einer Firma stellen (bei Stellenabbau richtet sich der Fokus meist auf die Entlassenen, was einseitig ist).

NZZ am Sonntag 25.10.09

Warum es gemäss Kappeler Unsinn ist, einen einheitlichen branchenübergreifenden Mindestlohn einzuführen (es ist unsinnig).

NZZ 09.09.09

Zahlen zur Arbeitslosigkeit in den USA: zu den derzeit knapp 10% sollte man gut 11 Millionen Personen, die gar nicht mehr in den Statistiken erscheinen, dazuzählen. Dann kommt man auf knapp 17%.

NZZ 08.08.09

Bericht über die Sklaverei in Haiti ("Haussklaven")

NZZ 13.07.09

Zum fundamentalen Wandel der Arbeitswelt in Japan: Entlassungen werden zu einem akzeptierten Vorgehen, der Gesellschaftsvertrag zwischen Arbeitgeber und -nehmer wankt. Ein Drittel der Arbeitnehmer steht in einem befristeten Anstellungsverhältnis.

NZZ 12.06.09

Zur Arbeitslosigkeit in Russland: man kann offiziell kaum Leute entlassen - deshalb gibt es zahlreiche "Grauformen" zur Sicherstellung von Flexibilität.

NZZ 10.06.09

Die zahlreichen elektronischen Hilfsmittel für die Organisation der Arbeit zerstückeln den Arbeitsprozess und machen ihn weniger konzentriert.

NZZ 04.06.09

Wie der Niedergang der US-Autoindustrie die Region Detroit verändert. Uund ein Hinweis auf die Effekte von gewerkschaften: GM als Krankenkasse, die nebenher Autos baut.

NZZ 19.05.09

Wenn eine Industrie eine ganze Stadt trägt: das Beispiel Broken Hill, Australien (Bergbau).

NZZ 16.04.09

Interessante Vergleiche betr. Anzahl der einheimischen/ausländischen Arbeiter und für Schweizer Formen im Ausland tätige Arbeiter. Hat aber mit der Frage, ob Firmen "zu gross" für ein Land sein können, nur wenig zu tun.

NZZ 09.04.09

Gemäss OECD gebe es immer mehr Personen, die in der informellen Arbeit tätig sind (da würde mich eine Betrachtung über einen deutlich längeren Zeitraum interessieren)

NZZ 14.01.09

Arbeitgeber werden zunehmend für Folgeschäden von Arbeitsbelastungen und Stress haftbar gemacht. Diese Entwicklung dürfte die Arbeitswelt nachhaltig (und nicht nur zum Guten) verändern.

NZZ 19.12.08

Wie die Finanzkrise auf den britischen Arbeitsmarkt durchschlägt: die Leute suchen nach Alternativen.

NZZ 05.12.08

Übersicht über die Auswirkungen der Finanzkrise auf ausgewählte Arbeitsmärkte: Schweiz, USA, Grossbritannien, Deutschland.

NZZ 26.09.08

Grundsätzliches zur zunehmenden Zahl von Freelancern. Zudem zur Glücksforschung bei Selbstständigen: diese verdienen weniger, sind aber glücklicher.

UniPress 136/08

Wie soll man das Arbeitsrecht auf Ebene des Völkerrechts anpassen im Hinblick auf die Migrationsproblematik? Hierzu eine Studie.

NZZ 23.02.08

Zur Regulierung der Arbeitsmärkte in der EU: mehr historisch als thesenhaft.

NZZ 14.12.07

Übersicht über Transferzahlungen in der OECD bei Arbeitslosigkeit: Erhebliche unterschiede, Schweiz zahlt ca 75% des Lohns (im Vergleich sehr hoch).

NZZ 14.11.07

Übersicht über Varianz der Löhne in verschiedenen Branchen: vorab bei banken und Chemie sehr hoch. Insgesamt verdienen nur 6.2% weniger als 3500 brutto.

NZZ 12.10.07

Hintergrund zu Arbeitssucht und Burnout (nur wenig Zahlen).

NZZ 17.08.07

Ruhestand in Japan: Männer verlieren ihr soziales Netz weitgehend und gehen den Frauen auf die Nerven. Derzeit gehen die Babyboomer in die Rente (über 2 Mio/Jahr): grössere soziale Probleme. Dann noch ein Interview mit Theo Wehner über Arbeit und Faulheit.

SAGW Bulletin 02/07

Abschätzung der wirtschaftlichen Bedeutung der Freiwilligenarbeit in der Schweiz.

NZZ 02.02.07

Auflistung so genannt populärer Irrtümer in der Arbeitsmarktpolitik am Beispiel der Euro-Zone.

NZZ 31.01.07

Aktuelle Zahlen zur Sockelarbeitslosigkeit in der Schweiz und der anstehenden Revision der Arbeitslosenversicherung.

NZZ am Sonntag 10.12.06

Zur zunehmenden Streiklust in der Schweiz inklusive Histogramm mit der Anzahl Streiks seit 1880.

NZZ 08.11.06

Wer sich in der Schweiz selbstständig macht: vorab die eingebürgerten Migranten. Hier einige Fallbeispiele.

NZZ 04.11.06

Beck stellt die Idee des Minimaleinkommens vor und plädiert dafür, die Idee der Vollbeschäftigung aufzugeben. In einem weiteren Artikel geht es um die demographischen Herausforderungen an die Arbeitswelt: bald wird man wieder ältere Menschen einstellen müssen. Kappeler antwortet darauf in der NZZ am Sonntag vom 12.11.06.

NZZ 12.08.06

In der Altersvorsorge der Amerikaner macht sich eine Lücke auf und es werden immer mehr Amerikaner länger arbeiten müssen.

NZZ 21.06.06

Im Temporärbereich scheint die Regulierungsdichte groteske Ausmasse angenommen zu haben. Hier arbeiten immerhin 5% aller Beschäftigten (auch viele wenig Qualifizierte) und je nach Arbeitsort müssten die andere Verträge haben. Das sind Hindernisse gerade in Bereichen, wo man dringend Arbeit schaffen müsste.

NZZ 15.06.06

Das Problem des demographisch bedingten Arbeitskräftemangels beginnt nun erwartungsgemäss in Japan (da geringe Einwanderung und hohe Überalterung). Das Rezept: die älteren Menschen wieder in die Arbeitswelt integrieren.

NZZ 14.06.06

Warum ist die Einkommensverteilung in der Unterhaltungsindustrie (inkl. Sport) derart schief (d.h. derart massiv bezahlte Superstars)? Offenbar Rückkopplungsmechanismen beim Konsum von deren Produkten (nicht überraschend).

NZZ 07.06.06

Zur Problematik Jugendarbeitslosigkeit: Eine höhere Rate als beim Durchschnitt ist an sich nichts ungewöhnliches, da man in dieser Phase noch nicht genau weiss, was man werden will, was sich statistisch entsprechend durchschlägt. Das Problem sind vorab die schulisch schwachen Leute, die finden erst gar keine Lehrstelle. Die Frage ist: kann man abschätzen, welcher Unterschied zwischen Jugendarbeitslosigkeit und genereller Arbeitslosigkeit „normal“ im oben erwähnten Sinn ist und ab wann man wirklich ein Problem hat?

NZZ 07.06.06

Das Experiment von Ehrenreich (habe das Buch dazu) einmal anders: Wie lebt es sich mit einem Tob-Job in den USA? Auch nicht sonderlich gut – hingegen sind die Parameter ihres Experiments meines Erachtens nicht geeignet, um eine Hochqualifizierte zu simulieren (die Bezeichnung „Freiberuflich“ lässt zu viele Spielräume offen). Interessanter scheinen hier die Erfahrungen mit der „Übergangsindustrie“ – jene Gescheiterten, welche für andere Gescheiterte Alternativen suchen. Diese könnte in den USA absurder sein als in Europa, weil sie evt. rein privat entstanden ist (???).

NZZ 31.05.06

Eine Prognose: Ältere Arbeitnehmer werden bald sehr begehrt sein wegen des demographischen Wandels. Dies wird sich erstmals dann zeigen, wenn die Babyboomer ins Rentenalter kommen, in den USA. Dies dürfte vorab für höher qualifizierte Jobs zutreffen, zumal diese durch Migranten schlechter besetzt werden können, nicht nur wegen fehlendem Wissen, sondern wegen fehlendem Kulturwissen (hinsichtlich Einbettung, Abläufe etc.).

NZZ 30.05.06

Zu den Lohnunterschieden bei den Künstlern: die Durchschnittslöhne sind etwas geringer als bei anderen Berufsgruppen, doch die Lohnunterschiede erreichen dieselbe Grössenordnung wie bei den Managern (und Sportlern). Und warum regt das weniger auf? Das Argument hinsichtlich der besseren Zurechnung der Leistung mag stimmen. Man vergisst aber auch hier die etwas seltsamen Eigenschaften von Kunstmarkt und Sportlermarkt, wo Faktoren wie (von wenigen Kunstkritikern bestimmten?) Mode, selbstreferenzielle Marktpreisbildung, Bedeutung als Werbeträger etc. eine zentrale Rolle spielen.

NZZ 17.05.06

Detaillierte Beschreibung des Zusammenhangs zwischen der einkommensabhängigen Beiträge an die Krippen und die Auswirkungen auf die Arbeit der Mütter: sie gehen nicht oder möglichst wenig arbeiten, denn je mehr sie arbeiten, desto mehr steigen die Kosten für die Krippe und so lohnt sich die Arbeit nicht.

NZZ 15.05.06

Ein soziologischer Blick auf die Banlieu-Unruhen in Frankreich. Es zeigt sich das Ausmass der Ausgrenzung dieser Personen aus dem wirtschaftlichen Leben - und erstaunlicherweise fehlt (im Artikel) die Frage nach den Ursachen. Haben sich die Soziologen aufs Beschreiben zurückgezogen?

NZZ 05.05.06

Gemäss den ILO-Zahlen hat die Kinderarbeit weltweit recht stark abgenommen (absolut wie relativ), wobei vor allem in Südamerika die Zahlen sich um den Faktor 1/3 reduziert haben. Die Zahl der Faktoren, die zu dieser Entwicklung beiträgt, ist wie erwartet breit (nur Boykotte finden sich in der Auflistung nicht). Zentral ist aber: Die Staaten setzen die Schulpflicht immer mehr durch. Zudem findet sich hier eine offizielle Definition von Kinderarbeit.

NZZ 02.05.06

Hinweise auf strukturelle Probleme im österreichischen Arbeitsmarkt. Ein Kernargument: das Phänomen dass trotz recht hoher Arbeitslosigkeit (aber wo ist die genaue Zahl in %?) in gewissen Bereichen (Gesundheitswesen, Tourismus) ein sehr hoher Bedarf besteht, der mühsam mit Leuten aus dem Ausland gedeckt werden müsse.

NZZ 25.04.06

Was Kündigungsschutz anrichten kann, zeigt sich nicht nur in Frankreich, sondern auch in Südkorea: Dort werden ganze Gruppe ausgegrenzt. Hinweis darauf: Ein Drittel aller Beschäftigten haben nur Teilzeitverträge. Das Grundproblem ist bekannt: Den Unternehmern fehlt die Flexibilität, abgepasst an die Beschäftigungslage Leute einzustellen oder zu entlassen. Und was machen die Gewerkschaften: sie foutieren sich um die Teilzeitarbeiter und verteidigen den Status quo und werden dadurch zu Komplizen der Ausgrenzung.

Weltwoche 14/06

Zur Lage in Frankreich: Ein weiterer Hinweis darauf, wie sozialistische Gesellschaftsstrukturen (d.h. rigide Arbeitsmarktregulierungen) weitaus stabilere Klassen schaffen als Kapitalismus – und die Explosion dürfte dann auch weit heftiger sein. Sozialwirtschaftliche Regeln wie Lohn- und Arbeitsplatzgarantie schaffen eine harte Grenze zwischen jenen, welche die Garantie haben und jene, welche nie in diesen Genuss kommen können (offenbar die Banlieu-Jugend im Falle Frankreichs).

Weltwoche 11/06

Arbeit macht immer mehr krank – gemessen in der Schweiz durch die Zahl der IV-Bezüger (ein korrektes Mass?). Doch man kennt nur die Korrelation und nicht die Kausalität. Je genauer man hinschaut, desto widersprüchlicher erscheinen die Studien dazu (z.B.: Umfragen zeigen hohen Stress, aber gleichzeitig auch hohe Arbeitszufriedenheit).

NZZ 21.06.05

Einige Hinweise zur Jugendarbeitslosigkeit. Erstens, in Europa ist dieses Problem vor allem im Süfen virulent (offenbar 25 Prozent bei den 15-19-jährigen). Zweitens scheint der Effekt, arbeitslos zu sein, traumatisierender bei Jungen als bei alten. Abgesehen von der bekannten Problematik, das wirklich sauber feststellen zu können ist ein Gedanke von Stamm zentral: wie gewinnt man die Fähigkeit, Übergänge zu bewältigen. Frage: wie war das eigentlich im 19. Jahrhundert bis nach dem 2. Weltkrieg? Ist die Sehnsucht nach Stabilität ein genuin menschliches Bedürfnis oder ein Oberflächenphänomen einer Industriegesellschaft, der es einige Jahrzehnte ganz gut ging? Viele weitere Fragen spielen hier hinein: Inwieweit zeigt sich hier die Tendenz einer voranschreitenden Versozialwissenschaftlichung des Daseins als Jugendlicher? Was ist eigentlich eine Berufsidentität in einer Zeit, in der Grenzen zwischen Berufen offenbar mehr und mehr verschwinden?

NZZ 20.06.05

Zürcher zeigt hier auf, dass die Deindustrialisierung der Schweiz diese keineswegs ärmer gemacht hat. Nicht nur trägt der zweite Sektor – auch wenn er weniger Leute beschäftigt – auch weiterhin viel zum Produktivitätszuwachs bei, sondern vermag auch der dritte Sektor massiv neue Stellen zu schaffen. Soweit die gute Nachricht. Ich frage mich aber, wie sauber man die Sektorgrenzen überhaupt noch ziehen kann. Rechnen (und vergleichen!) wir noch mit relevanten Zahlen?

NZZ 14.04.05

Natürlich ist ein Leistungslohn an sich ein ungeeignetes Instrument. Zentral ist: wird die vereinbarte Leistung als etwas empfunden, das im eigenen Verantwortungsbereich liegt? Darum sollte es gehen.

NZZ 27.10.04

Zu den illegalen Hausangestellten in der Schweiz. Es zeigt sich, wie ausserordentlich schwierig es ist, diese Zahl zu ermitteln (und wie anfällig demnach Schätzungen für instrumentell-politischen Gebrauch sind). Zentral ist vielleicht weniger die Ausbeutung an sich, sondern die Tatsache, dass die Betroffenen keine sozialen Netze bilden können und so dauerhaft in diesem Zustand verharren.

Weltwoche 09.05.04

Eine schöne Zahlenwiderlegung zu gängigen Klischees: Sparen bei der Bildung? Doch die Zahl der im Bildungsbereich beschäftigten stieg von 1999 bis jetzt (2004) um 70% (das können nicht nur Beamte sein). Arbeitslosigkeit ist weiblich? Nein, heute sind die Quoten vergleichbar. Jugendarbeitslosigkeit? Die Quote liegt bei 2.8 Prozent (dürfte wohl an der Zählweise liegen, da die Gymnasiasten miteinbezogen werden – scheint mir aber legitim). Arbeitsplatzvernichtung? Seit 1997 wurden 250'000 zusätzliche Jobs geschaffen. Kein Wachstum? Seit 1997 betrug dieses aber trotz Flaute real 11 Prozent.

NZZ 02.09.03

Die internationale Arbeitsorganisation (beileibe keine rechte Organisation) zeigt: Die Amerikaner sind Spitze bei Produktivität und Arbeitsplatzbeschaffung. Doch aufpassen: Produktivität ist output pro Beschäftigter – das kann man natürlich auch anders messen (z.B. pro Arbeitsstunde – aber auch da sind die Amis besser als die Europäer).

NZZ 16.07.03

Viele (fast ein Drittel) „working poor“ sind Selbstständige – doch was sagt uns das? Vor allem, wenn man bedenkt, dass es vorwiegend nicht Arbeitslose waren, die quasi im Zwang selbstständig wurden. Vielleicht ist das eher ein Ausdruck, dass die Freiheiten (oder eher das Gefühl der selbstverantwortlichen Lebensweise) höher gewichtet wird als Einkommen. Studien zeigen denn auch, dass Selbstständige sich als glücklicher einschätzen als Angestellte. Dies ist also ein weiterer wichtiger Hinweis darauf, wie falsch es ist, Sozial- und Gesellschaftspolitik durch Einkommensverteilungen zu motivieren.

NZZ 30.04.03

Historisch interessantes zu den Begriffsverschiebungen hinsichtlich „Arbeit“ (und „Beruf“ – von Luther eingeführt, nahe bei „Berufung“). Das Antike Modell sah eine von Arbeit befreite Gesellschaft als Idealziel vor – die heutige hingegen betrachtet Arbeit als ein zentrales Element des Menschsein (nicht nur Marx hat das so gesehen). Bedenke, dass der Begriff „Arbeit“ verschiedene Referenzobjekte hat. Gewisse Formen von Arbeit können vielleicht in der Tat „ausgehen“ – doch können Berufungen ausgehen. Bedenke, dass mit den unterschiedlichen Inhalten des Begriffs „Arbeit“ politisch viel Schindluder getrieben wird. Ganz interessant: Wie „Arbeit“ in der DDR verstanden wurden: nicht mit Effizienzbegriffen, sondern mit Kollegialität, Pünktlichkeit etc. und der Arbeitslose war ein asoziales Schwein. Mit diesem Begriffshintergrund ist Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland ganz anders stigmatisierend als im Westen. Das zeigt aber auch ein unethischer Aspekt des Menschenbild von Marx, der Menschsein durch Arbeit definiert (muss man aber noch ausformulieren).

Weltwoche 05/03

Mindestens in Mauretanien ist Sklaverei noch gang und gäbe. Das muss man aber im Kontext des dortigen Sozialsystems sehen. Arbeit ist im wesentlichen familiär-patronal organisiert und Sklaven sind eine Art Familienmitglied. Dies ist auch ein wichtiger Hinweis, dass Sklaverei kein Importprodukt des Kolonialismus oder so ist, sondern Bestandteil einer gewissen sozialen Organisationsform, die sich auch in Afrika autonom entwickelt hat. Das Problem ist, wenn man gegen Sklaverei wettert, dass man auch eine Transformation dieses Sozialsystems fordern muss und es sicherlich eine Phase geben wird, wo es den Sklaven schlechter gehen wird als vorher.

NZZ 25.01.03

Argumentation gegen die Ansicht, man müsse die Kaufkraft der Arbeiter erhöhen, damit es wirtschaftlich bergauf geht. Steigen die Löhne mehr als der Produktivitätsfortschritt, so können keine neuen Stellen geschaffen werden – Ankurbelung hin oder her. Deutschland scheint sich dazu als Paradebeispiel zu eignen, um diese Ansicht zu stützen. Dort wurden die Löhne ja eine ganze Zeitlang schön angehoben – doch die Arbeitslosigkeit stieg und stieg. Von 1995 bis 2001 verdreifachten sich dort die Bruttolohnkosten relativ zu den realen Nettoverdiensten, weil man das ganze Sozialsystem damit finanziert. Das Gewerkschaftsargument der Lohnerhöhung für Wirtschaftsankurbelung ist derart leicht zu widerlegen, dass man sich immer wieder fragen muss: sind diese Leute wirklich so dumm? Denn: Wie finanziert man höhere Löhne über dem Produktivitätsfortschritt: Weniger Gewinn (d.h. es wird weniger investiert)? Höhere Preise (d.h. Lohnsteigerung bringt real nichts)?

NZZ 30.01.02

Erinnerung an die Motive Frankreichs Linken zur Einführung der 35-Stunden-Woche: weniger Arbeitslosigkeit. Das ging aber gründlich in die Hose. Und natürlich sind die Leute nicht blöd (d.h. sie handeln marktgerecht): die Schwarzarbeit stieg.

NZZ 11.12.01

Ein interessanter Aspekt von Falkinger: Organisationsarbeit wird immer anspruchsvoller und das ist ein zentraler Aspekt, warum das Spektrum der Fähigkeiten, die man an Mitarbeiter stellt, weiter wird. Anders gesagt: Organisationsfähigkeit ist eine Dimension von Fähigkeiten, die leichte Organisation wird von der Informationstechnologie übernommen, die schwierige bleibt übrig. All jene, welche gut waren in der leichten Organisationsarbeit können dies in ihrer Menge an Fähigkeiten nicht mehr geltend machen. Kann man diesen Effekt abschätzen? wäre interessant.

NZZ 25.07.01

Eine Selbstverständlichkeit für einmal quantifiziert: Wer ein grosses Beziehungsnetz hat, ist weniger oft/lange arbeitslos. Eine Korrelation zwischen Sozialkapital (Interaktionshäufigkeit in sozialen Strukturen ausserhalb des Haushalts) und Arbeitslosigkeit in den Kantonen findet sich. Vielleicht müsste man aber auch weiterdenken: Sind Unterschiede hinsichtlich Sozialkapital nicht auch Hinweise auf unterschiedliche Formen des Wirtschaftens? Sind andere anfälliger auf Arbeitslosigkeit? Und braucht das Gesamtsystem Wirtschaft Schweiz dann nicht doch beide?

NZZ 07.03.01

Aspekte der chinesischen Arbeitsmoral: der beflissene Chinese ist eher in der Diaspora zu finden, doch in China selbst hat Arbeit zwei grosse Konkurrenten: Spielen und Essen.

NZZ 21.02.01

Eine nette OECD-Statistik: wir Schweizer sind reich, aber unproduktiv – wohl Ausdruck der Tatsache, dass wir immer mehr vom Erbe leben. Wenigstens arbeiten wir noch viel, was mit ein Grund für unseren Wohlstand ist.

NZZ 13.01.01

Ein wichtiger Gedanke von Fehr: Verträge sind unvollständig hinsichtlich des Regulierungsumfanges. Die Lücken werden mit Vertrauen gefüllt. Löhne über dem Markt entlöhnen das Vertrauen. Will jemand unter Markt entlöhnt sein, führt dies zur Vermutung, dass weniger Vertrauen gegeben wird. Deshalb wollen die Arbeitgeber nicht unbedingt zu schlecht entlöhnen. Deshalb schaffen sie keine Jobs, wenn sie nur schlecht entlöhnen können. Raffiniert gedacht, sollte man empirisch weiter abstützen.

NZZ 06.01.01

Die bekannte These, dass kaum jemand mehr dort seine Pension erhalten wird, wo er seine Lehre macht. Ja aber wann genau war das eigentlich so, abgesehen von den Babyboomern? Weiss man das wirklich so genau? Wie flexibel waren die Industriearbeiter im 19. Jahrhundert? Wanderarbeit etc. war doch damals weit verbreitet (heute würde man das auch Flexibilität nennen).

NZZ 03.01.01

These von Glotz: Es wird auch in Zukunft genügend Arbeit haben – nicht aber Erwerbsarbeit. Das Problem ist nur, dass er seine Jobless-Growth These an einigen Einzelfirmen belegt – das ist aber mit Sicherheit der falsche Weg.

NZZ 25.11.00

Interessante Zahlen zum Ausmass der Schattenwirtschaft in den OECD-Staaten. Probleme der Schattenwirtschaft: Verbergungskosten, Steuerausfälle – letzteres ist aber Hinweis auf den Strafcharakter der Schattenwirtschaft gegen schlecht organisierte Staaten. Zudem, nur ein Drittel der Schattenwirtschaft ist substitutiv, zwei Drittel sind komplementär (d.h. wären nicht da, wenn die Abgaben nicht da wären, welche die Schattenwirtschaft verursachen – Schätzung aus Deutschland). Zudem schafft Schattenwirtschaft Einkommen, die in Form von Konsum Steuererträge erwirtschaften. Die Einnahmeausfälle für den Staat sind also wohl geringer als vermutet.

NZZ 24.11.00

Hinweis auf etwas, das mir klar ist: bald einmal werden die die älteren Menschen als Arbeitskräfte bitter nötig haben.

Weltwoche 20.07.00

Diese Anklage an die globalisierte Sklaverei zeigt zwischen den Zeilen aber erneut die enge Verknüpfung von Sklaverei mit lokalen Sozialgegebenheiten. Beispiel Thailand: Der Bringschuld-Charakter der Kind-Eltern-Beziehung stabilisiert die Versklavung der Töchter in Bordellen. Mit anderen Worten: so einfach wird es nicht sein, Sklaverei abzuschaffen.

NZZ 28.06.00

Zu den Aufbau der Call-Center in Indien – eine Form der Verlagerung von Arbeit weg von den Industriestaaten.

NZZ 05.06.00

Klar ist: die Lohnfestsetzung ist meistens kein Marktvorgang, sondern Ergebnis von Verhandlungsmacht. Fragt man die Leuten nach den wünschbaren Einkommen für verschiedene Berufsgruppen, so ergibt sich (wenig erstaunlich) eine flachere Verteilung als real beobachtet: mehr für die weniger Verdienenden, weniger für die mehr verdienenden – ersterer Punkt ist unabhängiger vom eigenen Verdienst (was auch nicht überrascht). Die Bandbreite der Soll-Unterschiede variiert um einen Faktor 6, die der ist-Unterschiede um einen Faktor 10.

NZZ 06.05.00

Eine interessante Studie: In den 1990ern haben die Lohnunterschiede in der Schweiz nicht nennenswert zugenommen – und das ist auch nicht das Problem. Das Problem ist vielmehr, dass viele Niedriglohn-Empfänger dauerhaft schlecht bezahlt werden, also sozial immobil sind. Das ist ein Hinweis auf strukturelle Armut. Zudem ein anderer Hinweis: Niedriglohn-Empfänger haben oft auch andere Einnahmequellen – man darf also die Klasse der Niedriglohnempfänger nicht einfach mit der Klasse der working poor gleichsetzen. Anyway: zentral ist die soziale Dynamik, will man die richtigen Faktoren für Gesellschaftspolitik finden.

NZZ 08.04.00

Zum „Selbstmanagement“: Scheint mir gefährlich nahe an einem Plastikwort zu sein. Man sollte mal die Verbreitung dieser „Selbst“-Begriffe wie Selbstführung etc. genauer unter die Lupe nehmen.

Weltwoche 16.03.00

Leider findet sich im Text keine Zahl, was die Behauptung im Titel „Immer mehr McJobs“ stützt. Ein Beispiel für ein liederliches Umgehen mit dem Thema Arbeit: moralische Empörung reicht nicht, will man etwas verstehen.

NZZ 29.01.00

Alle Gemeinplätze zur Arbeitslosigkeit in einem Artikel. Wenn so viel zusammenkommt, hat man ja gar keine Ideen, die man daraus ziehen kann.

NZZ 08.09.99

Das dänische System des Job-Rotating erzielt offenbar zwiespältige Resultate. Die Halbierung der Arbeitslosigkeit ist dort offenbar primär der Arbeitsmarkt-Liberalisierung zuzuschreiben.

NZZ 04.09.99

Freiwilligenarbeit soll bezahlt werden. Tja, und wer bestimmt, wie viel man bekommt? Ist der Begriff „Freiwilligenarbeit“ überhaupt sinnvoll? Ist dann die „normale Arbeit“ Zwangsarbeit, weil man Geld verdienen muss, wenn man lebt? Natürlich gibt’s Leute, die das so sehen wollen – ist aber unsinnig. Lebensvorgänge an sich brauchen Aktivität – bei uns ist das in Form von Arbeit ganz gut organisiert worden. Dieser „Zwang“ ist eine Folge der Tatsache, dass man lebt. Also verwenden wir „Zwangsarbeit“ für das, was es ist (d.h. man muss etwas tun und bekommt keinen Lohn), und verknüpfen wir nicht Freiwilligenarbeit mit Entlöhnung, denn der Kern der Freiwilligkeit besteht eben darin, dass man etwas tun will, und keinen Lohn erhält (was aber nicht heisst, dass man nichts annehmen darf – doch es sollte keine Vereinbarung hinsichtlich Lohnzahlung geben).

NZZ 04.09.99

Die USA kennen ja eine lange Tradition der Freiwilligenarbeit. Das Problem: die Modeströmungen und zyklischen Aspekte (z.B. vor Weihnachten werden die Obdachlosen mit Suppenküchen überfüttert, doch im Januar gibt’s nichts mehr). Das Problem ist also die Zielbeständigkeit des Wunsches, Gutes zu tun. Die Zyklen könnten einen negativen Aspekt einer Ökonomisierung der Moral sein: d.h. tue gutes und sprich davon wird dann abhängig vom moralischen Wert dessen, was man getan hat und wenn dieser ändert, so ändert das, was man tut. Also: Verstehe die Dynamik der Wertschätzungen!

NZZ 25.08.99

Der amerikanische Arbeitsmarkt ist weit mehr als nur „hire and fire“ und „McJobs“, wenn man genauer hinschaut. Übrigens, in den vergangenen 20 Jahren wurden in den USA 47 Mio Jobs vernichtet und 75 Mio neue geschaffen – 60% davon wurden überdurchschnittlich entlöhnt. Die Mehrfach-Jobber sind überwiegend nicht die Armen, sondern die Reichen. Das Problem der 7.5 Mio working poor ist nicht der tiefe Mindestlohn, sondern die geringe Zahl der Stunden, die diese Arbeiten (da würde ich aber noch nachfragen wollen).

NZZ 02.07.99

Zum Begriff der „unbezahlten Arbeit“: vorab Haushalt, Betreuung und ehrenamtliche Arbeit. Der Wert dieser Arbeit wird auf 215 Mrd. Franken pro Jahr geschätzt. Haben sich die Leute eigentlich einmal überlegt, dass man mit dieser Argumentation in Richtung eines viel umfassenderen Kapitalismus geht? Ab wann ist jegliche Form von sozialer Interaktion eine „Betreuung“. Warum nicht jeden Geschlechtsakt als bezahlte Dienstleistung abrechnen – da könnte man das Bruttosozialprodukt nochmals kräftig steigern (na ja, vielleicht auch nicht). Hier zeigt sich der kurzfristig, politische Charakter dieser ganzen Diskussion – das philosophische Fundament dieser Diskussion ist aber eine völlige Verökonomisierung menschlicher Interaktion. Das wäre mal ein Essay wert.

NZZ 19.02.99

Einfach mal zur Klarstellung: Zumindest in den 1990er Jahren (zwischen 1992 bis 1997) hat sich die Lohnschere nicht geöffnet. Die Lohnverteilung blieb praktisch gleich. Bei den Frauen hat die Lohnungleichheit zugenommen, was Ausdruck der Emanzipation (Frauen arbeiten in einem breiteren Spektrum an Berufsfeldern) ist.

NZZ 09.01.99

Etwas zum Begriff „Mittelstand“. Das Problem scheint mir, dass man diese Gruppe nicht rein ökonomisch abgrenzen kann, da gehören auch Wertvorstellungen hinein etc. Deshalb wird es sehr schwierig sein, Behauptungen wie vom Abstieg des Mittelstandes etc. empirisch zu stützen.

 

 

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